Im Hinterland

Oktober 6, 2009

Nach 10 Tagen City-Sightseeing haben wir noch für einige Tage ein Auto gemietet, um auch das Umland unsicher machen zu können. Hat sich als gute Entscheidung herausgestellt, da es mal ganz schön war, aus der Stadt raus zu kommen – trotz teilweise unfreundlichem Wetter.

Unsere erste Station war die Calumet Fisheries im industrielastigen Südosten der Stadt.
Ich hatte bei Antony Bourdain’s Show einen Beitrag über diese traditionsreiche Fischräucherei mit Straßenverkauf gesehen und war natürlich gleich Feuer und Flamme. Fisch galore! Geräucherte Austern und Shrimps, frittierte Jakobsmuscheln. Hell yeah!

Calumet Fisheries

Verkaufshäuschen von außen…

Calumet Fisheries

… und von innen…

Smoked Shrimp

Und ein geräucherter Shrimp so groß wie mein Unterarm (leichte Übertreibung). Da es in der Hütte keine Eß- geschweige denn Sitzgelegenheiten gibt, mussten wir unsere Shrimps und Jakobsmuscheln im Auto verspeisen.

Außerdem ist die Gegend ja auch sehr geschichtsträchtig. Immerhin wurde auf DIESER Brücke gleich neben der Räucherstube Filmgeschichte geschrieben:

Der nächste größere Ausflug ging dann noch etwas weiter in den Westen. Ca. 90 Meilen von Chicago entfernt liegt das verschlafene Touristenkaff Utica und noch ein Stück weiter die Wanderpfade des Matthiessen State Parks. Es war trotz Nässe sehr, sehr schön. Kontrastprogramm auf weichem Waldboden. Da hätten wir gerne noch einen Tag verbracht.


Jetlag

September 29, 2009

Halbzeit. Mal wieder.
Und ich kämpfe immer noch mit dem Jetlag. Doof, weil ich wahrscheinlich, sobald ich mich an die Zeitumstellung gewöhnt habe, wieder in München bin und mich zurückgewöhnen muss.
Schlimm ist es nicht, nur unbequem. Ab 20 Uhr fallen mir die Augen zu, dafür bin ich morgens um 5 hellwach. Immerhin kann ich die Morgenstunden nutzen, um von unserem Panorama-Wohnzimmerfenster im 15. Stock aus zuzusehen, wie es draußen hell wird und die Stadt langsam aufwacht. Auch schön.

Schöne Sonnenauf- und untergänge gab es leider nur die ersten paar Tage. Da war das Wetter noch sommerlich. Seit dem Wochenende ist hier schlagartig der Herbst eingekehrt und die Windy City macht ihrem Namen alle Ehre (den hat sie zwar wegen der Korruption und nicht wegen dem Wetter, passt aber so auch ganz gut).

Durch meine schlagartig einsetzende Abendmüdigkeit (ich vermute ja auch, dass das tägliche stundenlange durch-die-Stadt-Laufen kräftig dazu beiträgt) haben wir vom Nachtleben auch noch nicht allzu viel mitbekommen. Als Min Hee noch da war, haben wir eine später Theatervorstellung in einem Improv-Theater besucht. Das war es dann aber auch schon. Normalerweise wird der Tag nach einem ausgedehnten Abendessen beendet.


Gestatten, Herr und Frau Immigrant

September 26, 2009

Weil es schon Beschwerden wegen mangelnden Blogeinträgen gab: wir sind gut angekommen!

Mit den Visa-Formalitäten hat am Tag unserer Ankunft alles wunderbar geklappt, wir sollten die Greencards in wenigen Monaten in Händen halten. Bis dahin reicht das Visum im Reisepass aus, um hier zu leben und zu arbeiten.

Am Donnerstag kam Besuch aus New York, meine Freundin Min Hee ist bis Sonntag Früh hier, daher geben wir uns zur Zeit die volle Touri-Breitseite. Gestern Sightseeing im und um den Millenium Park und abends for free ins Chicago Art Institute, heute eine Tour mit einem Chicago Greeter durch die Viertel Old Town (der ersten deutschen Siedlung hier) und Gold Coast und abends noch Theater in Lincoln Park. Es ist mächstig was los!
Morgen sind Touren durch Chinatown, Bucktown und Wicker Park geplant und am Sonntag wird entspannt. Ich melde mich nächste Woche nochmal.

(Wir haben übrigens auch schon unseren ersten Ausflug ins feindliche Gang-Land hinter uns. Gleich am ersten Tag und total unbedarft. War natürlich Maurice’ Schuld! ;-) )


Zwischen den Reisen

September 20, 2009

Der Kongress war sehr interessant und hat mir doch einen ziemlichen Motivationsschub gegeben, mich ein bisschen umzuorientieren. Fakt ist einfach, dass ich zwar sehr viele Aufträge habe, aber ich doch an der Verdienstschraube noch etwas drehen will/muss. Mein Job ist ja keine Beschäftigungstherapie.
Gerade in Hinblick auf den amerikanischen Markt muss ich da doch einiges ändern, mich vielleicht auch noch ein bisschen weiterbilden…
Es bleibt auf jeden Fall spannend.

Berlin war toll! Trotz doofer S-Bahn und leichter Kränkelei meinerseits. Wir haben erstaunlich viel gesehen, obwohl ich ja tagsüber immer blockiert war.
Wir werden bestimmt bald wiederkommen und dann die München-Flüchtlinge besuchen ;-)

Und die nächste Reise?
Übermorgen geht es schon wieder weiter nach Chicago. Eigentlich sollten das zwei geruhsame Wochen werden, aber ich habe natürlich schon wieder einen umfangreichen Aktivitätsplan aufgestellt. Mal schaun, ab wann Maurice anfängt zu maulen (selber Schuld, wenn er die Planerei immer mir überlässt).


Wir Kinder vom Tiergarten

September 9, 2009

Mann, so richtig hautnah erlebt habe ich Berlin tatsächlich zuletzt vor 20 Jahren! Im Herbst 1989 auf einer Klassenfahrt der 10. Klasse meines Gymnasiums. Toll war das damals mit 16 in Kreuzberg… fast ohne erwachsene Aufsicht durch Berlin zu ziehen, alles so groß und dreckig und gruselig schön. Wir hatten natürlich Wir Kinder vom Bahnhof Zoo gelesen und waren dementsprechend beeindruckt.

Dann kam der Mauerfall und ich war eine ganze Weile nicht mehr hier, Ende der 90er nur noch beruflich, tageweise während der New-Economy-Zeit. Mal schnell nen Flieger nach Berlin genommen, mit den Agenturfuzzis konferiert, wieder nach hause. Maximal eine Nacht und russisch Essen gehen am Prenzlauer Berg – mit ostdeutschen Programmierern.

Und nun? Mit Mann und Laptop(s) am Tiergarten. Schön, anders. Heute nach Ankunft in Tegel haben wir uns wegen des S-Bahn-Chaos erstmal ein Taxi genommen. Frei nach ‘Ich will nicht nach Dachau’ hat uns der orientalische Taxler quer durch die Stadt kutschiert, bis wir dann gemerkt haben, dass wir da gar nicht hin wollten. Immerhin eine schöne Sightseeing-Tour durchs Konsulatsviertel :-)
Die Unterkunft ist toll und sehr relaxt. Beim Anblick des 30 qm-Megazimmers mit geschätzten 4-5 Metern Deckenhöhe wollte ich erstmal gleich nach Berlin ziehen. Der Vermieter winkte aber ab. Er hätte sich auch erst einige Jahr ‘hochdienen’ müssen, bis er so eine Wohnung ergattern konnte. Also nicht alles in Berlin ist groß, schön und bezahlbar.

Monbijoupark Berlin

Spreepromenade am Monbijoupark mit Fernsehturm.


Berlin, Berlin, wir fahren nach…

August 24, 2009

OK, here is the deal (frei nach Kathy Griffin): ‘Alexa unterwegs in NYC’ ist ja leider Gottes nun überholt. Und damit ich dieses Blog nicht dem Erdboden gleich machen muss, habe ich es kurzerhand umbenannt in ‘Alexa unterwegs’. Schlau, ne?

Und wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, werde ich bald wieder mehr unterwegs sein. Erstmal Berlin (quasi Hochzeitsreise kombiniert mit Übersetzerkonferenz), dann Chicago (Greencard-Aktivierung, Leute treffen und Tourikram), dann… Ich werde jedenfalls berichten.
Tipps bezüglich der touristischen Freizeitgestaltung in beiden Städten sind jederzeit willkommen.

Die Umzugspläne nach Amerika sind noch immer aktuell. Wenn also jemand einen tollen Job für einen im Sabbatical befindlichen Elektrotechnik-Ingenieur/Hardware-Designer in einer noch tolleren amerikanischen Stadt hat: her damit! Am liebsten an einer der beiden Küsten.


Es gibt mich noch!

Februar 12, 2009

Ja ist es denn die Möglichkeit? Schon wieder 7 Monate vergangen seit dem letzten Blog-Eintrag. Ich plane zur Zeit mal ausnahmsweise keinen NYC-Trip. Ganz einfach deshalb, weil die Zukunft so ‘wide open’ ist im Moment. So wie es momentan aussieht, werden Maurice und ich dieses oder spätestens nächstes Jahr für eine Weile in die USA übersiedeln. Die Greencard macht es möglich! Wohin es geht? Noch keine Ahnung, ‘we go with the flow’ :-)

Und hier kommt mal wieder der Beweis, dass ich keinen Akzent habe… :-P

What American accent do you have?
Your Result: The Midland
 

„You have a Midland accent“ is just another way of saying „you don’t have an accent.“ You probably are from the Midland (Pennsylvania, southern Ohio, southern Indiana, southern Illinois, and Missouri) but then for all we know you could be from Florida or Charleston or one of those big southern cities like Atlanta or Dallas. You have a good voice for TV and radio.

The Inland North
 
The South
 
The West
 
The Northeast
 
Philadelphia
 
Boston
 
North Central
 
What American accent do you have?
Quiz Created on GoToQuiz

von Stephan geklaut!


Es ist vorbei bye, bye Junimond

Juli 22, 2008

Na gut, der Junimond ist tatsächlich schon eine Weile vorbei. Anyway… die Reise ist es auch. Ich sitze gerade im Hotelzimmer in Toronto zwischen gepackten Koffern und warte auf Maurice, der noch ’schnell’ auf den CN-Tower rauf wollte.

Es war schön! Kanada ist absolut toll und auf jeden Fall eine Wiederholungsreise wert. Ich habe mich in Montréal verliebt, eine phantastische Stadt! Wir haben viel erlebt und gesehen und gelernt, nette und interessante Leute getroffen. Irgendwie bin ich jetzt urlaubsreif nach all dem Gelaufe und dem manchmal recht knapp bemessenen Schlaf. Die Highlights erzähle ich Euch dann, wenn wir wieder zuhause sind. Vielleicht quälen wir Euch auch mit einem Dia-Abend… haha.

Warum ich in diesem Bild schmolle, weiß ich übrigens gar nicht mehr. Vielleicht, weil mir da schon bewusst war, dass es bald vorbei sein würde. Vielleicht auch, weil ich eine Vorahnung hatte, dass meine bessere Hälfte an diesem Abend im Casino 300 Dollar erzocken würde und ich nur 20. Pft.
Auf jeden Fall, weil es nass war hinter den Wasserfällen und dunkel und zu viele Leute… uuuurgh.


Der Countdown läuft

Juli 5, 2008

Gestern habe ich die erste Kakerlake in meiner Wohnung gefunden. Ich denke, die Götter wollen mir damit sagen, dass es Zeit ist, weiterzuziehen :-)
Da passt es ja wunderbar, dass wir unsere Zelte in Brooklyn morgen sowieso abbauen und uns auf den Weg Richtung Norden machen – auf den langen Treck nach Toronto.

Maurice ist seit Dienstag hier und hat – wie nicht anders zu erwarten war – mal wieder mein geruhsames Leben durcheinandergebracht. Aber natürlich bin ich froh, dass ich ihn wieder habe!
Wir machen es uns recht gemütlich. Keine Gewalttouren wie im letzten Jahr. Hin- und wieder mal ein Treffen mit Freunden, ein Abendessen, ein Musical. Etwas Kultur, etwas Brooklyner Nachtleben (und das 4th of July Feurwerk vom eigenen rooftop aus – wie gewohnt im Regen)

Unser Plan für die nächsten beiden Wochen: AdirondacksMontrealSaint Lawrence River - AlgonquinNiagara Falls – Toronto – München.

Vielleicht melde ich mich mal von unterwegs…


Soccer Pride

Juni 30, 2008

Im Gegensatz zum Samstag, an dem ich 3 (!) mal nass geworden bin und es mir auch noch den lang geplanten Flohmarktbesuch auf dem Hell’s Kitchen Flea Market verregnet hat, hatte ich gestern wirklich Glück. Nicht, dass es nicht geregnet hätte, ich war nur immer gerade dann irgendwo drinnen, wenn es am schlimmsten war.

Beim Pride March war es jedenfalls noch super sonnig und die Stimmung unglaublich. Selten so viele hübsche Jungs auf einem Haufen gesehen…

Nach zwei Stunden ‘musste’ ich mich leider verabschieden und machte mich auf den Weg Richtung East Village zum Fußball schauen. Leider war bei Nevada Smiths, der superduper Sports-Bar, kein Reinkommen – angesichts der langen Schlange vor der Tür und des grimmig dreinschauenden Türstehers habe ich es erst gar nicht versucht. Planänderung: zurück nach Brooklyn und dort in meiner Stammkneipe schauen. Auf dem Weg zur U-Bahn entdeckte ich dann aber eine Bar voll kreischender Fußballfans. Schien perfekt, also rein und erstmal ein Bier an der Bar holen. Natürlich wollte der Barkeeper meinen Ausweis sehen und NATÜRLICH rief er entzückt ‘oh, you are German’, als ich ihm meinen Perso zeigte. Das brachte mir erstaunte und amüsierte Blicke der anderen Barbesucher ein, denn wie ich gleich feststellen sollte, war die Bar ein Treffpunkt spanischen Fußballfans. Ups.

Nachdem man mir das dritte Bier ausgegeben hatte (das blutverschmierte Gesicht von Ballack brachte mir einige Sympatiepunkte ein) und es für die deutschen Jungs nicht wirklich sooo toll aussah, stahl ich mich zur Halbzeit davon.

Als ich in der Kneipe in Brooklyn ankam, waren dann nur noch 20 Minuten zu spielen. Aber immerhin war ich nicht der einzige deutsche Fan auf weiter Flur . Überhaupt war das eine interessante Situation: Menschen in deutschen Fußballtrikots stehen Schulter an Schulter mit Menschen in spanischen Fuballtrikots und feuern an, was das Zeug hält. Nett!

Trotzdem schade, dass die Jungs verloren haben. Aber wie schreibt bild.de heute so schön: die Spanier waren einfach besser!