Man muss (die F)(f)este feiern!

Mai 8, 2013

Hach, es war richtig schön. Und wir haben Euch trotzdem vermisst, Ihr lieben, fernen Freunde und Verwandten in der Heimat.

Eigentlich ist es ja ein Witz, nach 8 Monaten im eigenen Haus dann doch mal eine Einweihungsfeier zu machen.
Die Sache war aber von langer Hand geplant – und ist auch deshalb richtig schön geworden, denn es haben sich viele unserer Freunde Zeit für uns genommen. Manch einer hat gemosert, weil ich die Einladungen schon zwei Monate im Voraus verschickt hatte und das bei kalifornischen Hippies eher Belustigung hervorruft. Spontanität ist die Devise. Aber ich habe das lieber mit teutonischer Gründlichkeit angepackt.
Und siehe da, es wurde mir bestätigt, dass ich recht hatte. Wo gibt’s denn sowas?

Die Statistik: über 40 Gäste, verteilt auf 10 Stunden. Der jüngste Gast genau einen Monat alt, der älteste 90 Jahre (ja, Fleur war auch dabei). 52 “richtige” und 4 vegetarische Würste sowie 40 Laugensemmeln wurden verzehrt, dazu noch jede Menge Salate, Kuchen und andere Leckereien. Und Bier. Eine Menge Bier. Wie zu besten Gerhardstraßen- und Isarufer-Zeiten. Was anders war? Die Babys. Überall Babys. Immerhin sehr wohlerzogene Babys.
Aber auch bei diesem Fest wurde uns die Möblierung zerdeppert. Zumindest den Giuseppe haben wir also kaum vermisst ;-)

Übrigens: der Mann und ich haben heute unseren 14. Jahrestag. Nicht Hochzeitstag wohlgemerkt, aber heute vor 14 Jahren hat es gefunkt. Auch schön!
Und er ist (fast) noch so knackig wie am ersten Tag:

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Die Babyschwemme: Monsieur Isaac und Mighty Matilda (mit ihrer wunderschönen Mama Anna)

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Und viele angeregte Gespräche und der Beginn wunderbarer Freundschaften:

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Um Mitternacht hat unser cooler Nachbar dann noch die Klampfe rausgeholt und uns mit brasilianischen Klängen erfreut:

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Ihr seht, es geht uns gut. Wenn ich mal im Lotto gewinnen sollte, werde ich Euch alle zur Megafete einfliegen lassen! Also ich pack’s dann mal. Lotto spielen gehen…


Da kommt kaum Heimweh auf!

Oktober 27, 2012

Das war das Jahr der heimischen (heimatlichen?) Besuche. Und das war gut so!

Den Anfang machten die besten Schwiegereltern der Welt, die sich wirklich ganz hervorragend betragen haben. Wir haben beschlossen, dass sie wieder kommen dürfen! Jetzt, wo wir so viel Wald ums Haus rum haben, wird es ihnen auch bestimmt nicht langweilig, dafür sorgen wir schon!

Dann beglückte uns das allerliebste Tinalein, als das Wetter noch nicht so dolle war. Aber wer braucht schon Sonnenschein, wenn es Regenschirme gibt? Und Crab Legs und Sushi sind auch bei Regen gut, ne? Jedenfalls hat sie Berglöwenspuren gesehen und das war ja schon der Hammer!

Darauf folgten Billy und Robert, die in zwei Wochen (?) über 2500 Meilen (?) zurücklegten und uns das Fußballgucken mit vielen, vielen Fan-Artikeln versüßten. Danke für den Nüvi, ich kann mittlerweile nicht mehr ohne! Echt jetzt!

Zwischendrin war Giuseppe da – leider nur für eine Stippvisite. Aber es war schon super, dass er für uns seine Foto-Reise unterbrochen hat und extra für ein Wochenende von Las Vegas hergeflogen ist. Es war richtig toll, Dich mal wieder zu sehen, Gilu! Wir freuen uns auf das nächste Mal (dann vielleicht mit Anhang? Wir geben die Hoffnung nicht auf!)

Hm, wen habe ich jetzt noch vergessen? Da war doch noch was???

Ach ja… mein Kumpel Leander und seine diversen Anhänge. Meine Güte, wie konnte ich das vergessen? Waren ja nur drei Wochen! ;-)
Ihr Lieben, wir sind Euch ewigst dankbar für die tolle Umzugsunterstützung! Und wir vermissen Euch ganz schön so im großen und ganzen (mal von den  angelutschten Philadelphia-Broten unterm Tisch abgesehen harhar). Onkel Franz: ich habe Deinen ‘Liebesbrief’ letzte Woche unter den Suppentellern gefunden, darüber sprechen wir noch! ;-)

Last but noch least machten Bruderherz und Lieblingsnichtchen sunny California unsicher. Und sunny war es tatsächlich: 30 Grad im Oktober. Hallo? Das hatten sie sich verdient! Gottseidank haben sie die Sonne nicht komplett wieder mit genommen und wir haben immer noch angenehme 20 Grad. Schön, dass Ihr beide da wart und vor allem, dass es Euch so gut gefallen hat!

Und das war es erst mal. Anmeldungen für nächstes Jahr werden bereits angenommen :-)


Hammertime!

August 1, 2012

Wieso Hammertime? Na, weil MC Hammer eines der berühmtesten Kinder der Stadt Oakland war (ist? who knows?). Ebenso Jack London, Bruce Lee, Billie Joe Armstrong und Tupac Shakur. Und nun heißt es auch bald für uns: Good Bye Alameda… HELLO OAKLAND. Wir haben uns nämlich jetzt wirklich und tatsächlich ein Häuschen dort gekauft. :-)

Die letzten Wochen waren heftig, die ganze Hauskaufgeschichte mit (ernsthaftem) Suchen, Verhandeln, Kredit aufnehmen etc. hat zwar nur einen guten Monat gedauert, aber das hat uns schon ziemlich geschlaucht. Maurice hat dazu noch richtig viel Stress im Job und ich habe zu meinen anderen Verpflichtungen noch einen Teilzeitjob bei einem Kunstversand angenommen (leider musste ich dafür die Foodbank erstmal auf Halde legen). Ach ja, auf Autosuche bin ich auch gerade und in zwei Wochen kommt Besuch aus Deutschland. Also Stress pur, aber alles in allem sehr angenehmer Stress, denn es tut sich was und das gefällt mir immer gut.

our new house in Oakland

Und das ist es. Unser kleines Häuschen. Nur etwa 100 qm, was uns nach den 160 qm in unserem jetzigen Haus KLITZEklein vorkommt. Dafür hat es quasi einen Park hinterm Haus, eine riesige Terrasse und noch so einige nette Ecken mehr. Ich überlege mir tatsächlich, ein paar Hühner anzuschaffen, damit der Platz etwas genutzt wird :-)
Schön, ne?

Und hier der Herr W. auf unserer Terrasse. Künstlerisch verschwommen.

our new house in Oakland

Gottseidank können wir noch einen Monat hier auf der Insel in unserem Haus bleiben, denn es ist noch einiges zu tun in der Villa Oaklandia. Gestern Abend konnten wir zum ersten Mal seit Auszug der vorherigen Besitzer rein und haben erst mal die Teppiche in zwei der Zimmer herausgerissen. Wir hatten sehr gehofft, dass sich darunter so schönes Parkett wie in allen anderen Zimmern des Hauses befindet. Hm, falsch gehofft. In Maurice neuem Zimmer sind zwar noch Reste des alten Parketts vorhanden, es wurde aber teilweise mit Zement ausgegossen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir da noch etwas retten können ist also gleich Null. Mal schauen, was wir damit machen.
Im anderen Zimmer, unserem zukünftigen Schlafzimmer, sieht es etwas besser aus. Zwei Drittel des Raumes haben noch altes Parkett, das man abschleifen und aufhübschen kann. Nun mussten wir aber feststellen, dass das verbleibende Drittel des Zimmers wohl ein Anbau war, der nach dem ursprünglichen Bau in den 20ern errichtet wurde. Und dort wurden  Spanplatten verlegt. Hmpf. Auch hier müssen wir wohl unsere Fantasie etwas spielen lassen. Falls jemand eine Idee hat, immer her damit. Momentan denken wir über ein kleines Podestchen nach, das den Spanplattenbereich abdeckt und auf dem dann unser Bett stehen wird.

our new house in Oakland

our new house in Oakland

Und dann müssen wir auch noch was am Fundament machen lassen. Das würden wir auch ganz gerne innerhalb der nächsten vier Wochen über die Bühne bringen. Teile des Holzfundaments sind nämlich von “dry rot” befallen. Im Deutschen nennt man das wohl Hausschwamm. Da werden wir auch noch viel Freude mit haben. Und ordentliche Kosten. Aber das wussten wir vorher.

Ihr seht also, es wird uns gar nie nicht langweilig! Am Wochenende packen wir unseren Hammer aus… man kann Hammertime also auch durchaus wörtlich nehmen!


Schland, oh Schland!

Juni 15, 2012

Wenn man so weit weg ist von zuhause, dann legt man ja wirklich manchmal seltsame Marotten an den Tag. Ich habe es doch sogar damals bei den paar Monaten in New York schon erlebt: ich werde plötzlich zur Fußballschauerin.

Hier gibt es natürlich auch einige Sportsbars, deutsche Lokale und natürlich das Goethe Institut, wo man sich die Spiele ansehen kann, aber wir dachten so eine Fußballparty zuhause wäre mal was anderes. Da wir auch noch Besuch aus München hatten, war sogar für ordentlich Fan- und Dekoartikel und fiese Deutschlandschminke gesorgt :-)

Und so sieht das Ergebnis aus:

soccer

soccer food

Hey, ich weiß jetzt auch, wer Gomez ist. So ein Schnuckel!


Selbst und ständig

Juni 15, 2012

Die Vorteile des Freiberuflertums… zum Mittags-Picknick mal schnell an den Pazifik fahren. Unbezahlbar!

So, diese Bilder sind speziell für meine Mama, weil das ja scheinbar per Mail nicht funktioniert :-)

picnic at the Pacific

Mittagsmahl: chicken wings

Pacific

Mein Lieblingsfleckchen am Muir Beach Overlook


Faul und fett

Mai 15, 2012

Vorhin habe ich zu Maurice gesagt, dass wir jetzt eigentlich unsere Mission “leben wie Amerikaner” erfüllt haben und eigentlich nach Deutschland zurück ziehen könnten.
Wir haben nämlich das letzte Tabu gebrochen. Also UNSER letztes Tabu. Ich habe heute etwas getan, was ich immer als SEHR verachtensswert angesehen habe und mir graust ein ganz kleines bisschen vor mir selbst. Aber nur ein ganz kleines bisschen, denn eigentlich war das schon geil.
Und eigentlich finde ich, dass die Tatsache, dass ich damit 2 Jahre gewartet habe, schon auch was wert ist…

Aber von vorne… Ich bin mal wieder krank, welch Überraschung. Seit vorletztem Wochenende kämpfe ich mit Husten, Halsweh, Kopf- und Zahnschmerzen (aufgrund der verstopften Nebenhöhlen) und ich schwitze als wär ich schon mitten drin in der Dingenspause. Also wirklich kein schönes Bild, ich kann’s Euch sagen. Seit gestern ist es besser, aber bis das ganz vorbei ist, werden noch ein paar Tage ins Land gehen.
Unpraktischerweise habe ich auch noch den Göttergatten angesteckt und er liegt nun ebenfalls seit Ende letzter Woche flach. Wir leiden also gemeinsam vor uns hin, husten und schniefen und untersuchen gegenseitig unsere blutunterlaufenen Augen. Alles sehr romantisch.

Hunger haben wir beide nicht so richtig, Lust auf kochen sowieso nicht. Die letzten Tage haben wir uns also mit Äpfeln, Mangos und chinesischem Lieferservice über Wasser gehalten.
Und heute… ja, heute habe ich ES getan!

Ich bin in Jogginghose und Hausschuhen in unsere Garage runter gegangen (praktischerweise ist die Tür zur Garage IN unserem Haus, man muss also nicht mal vor die Eingangstüre treten. Dann habe ich mich ins Auto gesetzt, das Garagentor mit dem automatischen Türöffner geöffnet, bin ca. 300 m zum Carl’s Jr. Drive Through gefahren, habe zwei Burger, eine Pommes und eine Cola bestellt, bin wieder zurück in die Garage, habe das Garagentor geschlossen und bin – immer noch in Jogginghose und Hausschuhen nach oben ins Esszimmer und wir haben ‘zu Mittag’ gegessen.
Ja, es ist verwerflich. Nein, ich werde es nie wieder tun.


Abenteuerliche Abenteuer in der Ost-Bucht

April 24, 2012

Die gute Nachricht zuerst: NOCH wurde uns nicht gekündigt. Unsere Vermieterin scheint ein paar Problemchen zu haben, einen Nachmieter zu finden, der Ihren Mietvorstellungn nachkommen kann/will. Gut für uns, so können wir unser Häuschen noch eine Weile genießen. Aber ganz ehrlich: langsam geht das auch an die Nerven.

Und damit uns das nicht bei der nächsten Wohnung wieder passiert, haben wir einen ganz aberwitzigen Plan gefasst. Wir wagen den nächsten großen Schritt und kaufen uns ein Haus! Aber alleine der Entschluss führt ja noch zu nichts. Da kommt noch viel Arbeit auf uns zu.
Die letzten beiden Wochenenden haben wir bereits mit der Haussuche verbracht und haben mittlerweile unsere preisliche Schmerzgrenze nach oben und unsere Erwartungen (ok, MEINE Erwartungen) nach unten geschraubt.

Manch einer von Euch wird sich nun fragen: “Ja wie? Kommen die jetzt gar nicht mehr nach Deutschland zurück? So war das aber nicht ausgemacht!”
Gemach, hoch geschätzte Teutonen! Hier werden Häuser ge- und verkauft wie gebrauchte Autos. Wir machen das nur aus finanziellen und nestbauerischen Überlegungen. Weniger Steuern zahlen, die Miete in ein eigenes Haus stecken und machen können, was man will hört sich sehr viel besser an als jedes Jahr umziehen zu müssen, weil die Vermieter Amok laufen…
Wir kommen wieder, keine Frage! :-)

Aber zurück zur Haus-Suche…
Wir hatten ursprünglich in Alameda angefangen und unsere Suche aufgrund hoher Preise und mangelnder Objekte dann eher aufs East-Bay-Festland verlagert. Hayward, San Leandro, Oakland, Castro Valley waren da so unsere Hauptziele. Nach zwei Wochenenden stundenlanger Suche in diesen Gebieten haben wir beschlossen, dass wir die Insel einfach nicht verlassen möchten. Hier ist es so schön, so sicher, so nah an allem dran. Und das Klima ist unschlagbar. Wir werden uns also weiter hier umsehen. Einen Realtor haben wir jetzt auch schon fast klar gemacht und die Bankbesuche stehen für diese Woche auf dem Plan. Ich habe noch etwas Angst vor der eigenen Courage, aber langsam gewöhne ich mich doch an den Gedanken und freue mich sogar schon drauf, mal wieder was neues zu erleben.

Woran ich mich aber wirklich noch gewöhnen muss (anfangs blieb mir einfach nur die Spucke weg, mittlerweile betrachte ich diese Erlebnisse unter rein soziologischen Gesichtspunkten): Immobilienmakler reden nicht mit mir. Die ignorieren mich. Wenn ich wegen einer Hausbesichtigung einem Makler auf den AB spreche, ruft mich der nie zurück. Wenn Maurice dasselbe tut, bekommt er innerhalb weniger Stunden freudige Rückrufe. Wenn wir uns ein Haus ansehen, wird Maurice die Hand gegeben, ich hingegen scheine nur als schmückendes Beiwerk empfunden zu werden. Maurice wird nach seinem Einkommen gefragt, nach seinen Zukunftsplänen, seinen Vorstellungen. Ich stehe daneben und kann mich gar nicht genug wundern. Bank-Fuzzis reden übrigens auch nicht mit mir. Gefangen in einem 50er-Jahre-Albtraum, that’s me… :-)


Alles hat ein Ende…

Februar 27, 2012

Und schon ist der große Tag wieder vorbei. Das ist alles noch ein bisschen unwirklich.

Um es gleich mal voraus zu schicken: ich habe sie alle gesehen! Die große Meryl Streep, Christopher Plummer, Emma Watson, Nathalie Portman, Michelle Williams, Brad Pitt, Angelina Jolie, George Clooney, Jennifer Lopez und und und..
Leider durfte ich zwar überall hin (also bis 14 Uhr noch auf den roten Teppich, in alle Presseräume usw.), aber so gut wie gar nicht mehr fotografieren. Das war einerseits schade, weil ich doch so gerne etwas vorzuzeigen hätte, auf der anderen Seite konnte ich mich halt mehr aufs SEHEN konzentrieren. Und staunen.
Die Stars sehen aus der Nähe irgendwie ganz anders aus. Die Männer sind größtenteils furchtbar klein, die Frauen super dünn und irre gespachtelt. Auf Fotos sieht das toll aus, in natura eher seltsam.

Der Tag war also echt aufregend, aber auch wirklich lang und ich bin jetzt ziemlich fertig. Aber schlafen ist gerade noch nicht drin. Also erst mal zusammenfassen:

Ich bin um kurz nach 10 schon aufgebrochen, weil mir diese ganze Shuttle-Geschichte ziemlich spanisch vor kam. Man hatte mir erzählt, es sei UNGLAUBLICH viel Verkehr, halb Hollywood sei abgesperrt und die einzige Möglichkeit, rechtzeitig um halb 3 (da wurden die Schotten dicht gemacht) im Kodak Theater zu sein, wäre, auf den Journalisten-Parkplatz zu fahren und von dort aus ein Shuttle zu nehmen, das einen dann einen Block vom Theater entfernt absetzt. Dauer alles in allem so drei Stunden.

Ich also wie gesagt um 10 aus dem Haus und den gähnend leeren Sunset Boulevard runter gefahren. Hm. Noch keiner unterwegs? Das brachte mich dann auf die Idee, mich doch mal etwas näher an die Sache ran zu tasten. Und siehe da: Parkplatz vier Blocks vom Kodak Theater entfernt ergattert. Dauer: eine halbe Stunde. So war ich viel zu früh da, habe aber dadurch total viel von den Vorbereitungen mitbekommen. Erst waren die TV-Stationen auf dem roten Teppich, dann wurden die Fans, die eine Karte für die Tribüne gewonnen hatten, geschminkt und auf den Rängen platziert.

Währenddessen nahmen die Fotografen ihre Plätze ein, um zwei wurde noch mal der Teppich durchgesaugt ;-) und ab halb drei die Presseräume geöffnet. Das Journalistenpack verzog sich dann nach oben und das Schaulaufen konnte beginnen.

Meine Aufgabe war, die Speicherkarten meines Fotografen in Empfang zu nehmen und so schnell wie möglich in den Presseraum zum anderen Fotografen zu bringen, damit der mit der Bearbeitung anfangen konnte. Dabei musste ich zwei Sicherheitsschleusen durchqueren, mich jedes Mal halb ausziehen und meine  Taschen leeren. Das ganze habe ich in zwei Stunden fünf mal gemacht. Hinterher war ich fix und fertig :-)
Dabei musste ich auch noch beachten, dass ich als Runner unterwegs (also im Fotografenbereich) nicht stehenbleiben durfte. Doof, wenn man einen Fotografen betreut, der sich nicht losreißen kann. Nach einigen Ehrenrunden habe ich dann einen freundlichen Sicherheitsmenschen, der mich mehrmals ermahnt hatte, wohl so flehend angeschaut, dass er sich erbarmt hat und mich stehen ließ wo ich war. Ergo konnte ich die vorbeiflanierenden Stars aus 3 Meter Entfernung begutachten und auch noch meinen Job erledigen. Ganz ehrlich? Etwa 80% der Leute, die dort so großartig bejubelt wurden, hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen. Aber hin- und wieder habe ich doch jemanden erkannt und das war immer super toll!

Richtig klasse wurde es dann allerdings erst, als ich mit der Rennerei fertig war. Da konnte ich mir nämlich im großen Pressesaal einen Platz ergattern (danke, liebe BILD, dass deine Reporter scheinbar was besseres vor hatten) und aus 10 Metern Entfernung zusehen und -hören, wie sich die Oscarpreisträger den Fragen der Journalisten stellten. Was für ein Erlebnis! Ach ja… das Pressebuffet war auch nicht schlecht.

Als alles vorbei war, bin ich über den Sunset wieder nach hause gefahren. Unterwegs vorbei am Chateau Marmont (ich hätte schwören können, dass ich dort Lindsey Lohan in ein Taxi habe steigen sehen), und an der Vanity Fair Party, wo ich gerade noch Emma Watson entschwinden sah, bevor sich der Stau langsam wieder auflöste.

Ja und nu bin ich wieder zu hause und langsam legt sich die Aufregung auch wieder. Ich trinke jetzt noch meinen Tee aus und gehe dann mal langsam schlafen. Morgen ist wieder Arbeit und business as usual angesagt. Und am Mittwoch geht es dann zurück gen nordkalifornische Heimat…


Die Spannung steigt

Februar 26, 2012

Der Februar war bisher ja schon ziemlich spannend (die Schwiegertiger waren gut zwei Wochen zu Besuch und wir haben recht viel unternommen), aber es gibt doch immer noch eine Steigerung. Weiiiiil… ich bin nämlich zur Zeit in Los Angeles und bereite mich gerade seelisch auf die Oscars morgen vor. Also die Verleihung der Acadamy Awards, wenn man es ganz genau nimmt. Das hatte ich ja eigentlich letztes Jahr schon vor, die amerikanischen Viren haben mir aber damals leider einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Dieses Jahr hat soweit alles gut geklappt. Ich wohne in West Hollywood in einem kleinen Häuschen und hüte Katze und Fisch von Mark und Miki. Die sind nämlich gerade an der Ostküste und frieren sich was ab. Ich hingegen habe mir gestern bei 27 Grad hier einen leichten Sonnenstich geholt. “West coast, best coast” sag ich da nur ;-)

Angekommen bin ich schon Dienstag Abend, von SF hier nach LA sind es tatsächlich nur 6 Stunden Autofahrt – durch unglaublich abwechslungsreiche Landschaften (gefühlte 5 Stunden davon fährt man nämlich nur an Obstplantagen vorbei). Ich musste die Strecke aber nicht alleine zurücklegen, denn ich hatte mir über craigslist eine Mitfahrerin gesucht. Unterhaltung UND Spritbeteiligung UND Umweltschutz. Wow!

Hollywood

Und nun mache ich schon seit drei Tagen die City of Angels unsicher und hab eine Menge Spaß dabei. Ich treibe mich viel im Kodak Theater rum und fotografiere die Oscar-Vorbereitungen (dank Presse-Akkreditierung darf ich überall rein), habe mir von den bayerischen Schnuckels Kurt und Andi schon die halbe Stadt zeigen lassen, war bei den Watts Towers und auf dem Legenden-Friedhof Forever Hollywood und kenne West-Hollywood mittlerweile fast schon wie meine Westentasche. Doch, macht richtig Spaß hier

Kodak theater

…hier sind die Jungs noch eingepackt.

Der hier zeigt seinen Prachthintern aber schon in vollem Glanze…

Oscar

… und die Herren von der Presse stehen wie immer mitten im Bild.

Mal schaun, wie sich die Sache morgen entwickelt. Ich glaube, der schwierigste Part wird sein, so nah wie möglich an das Kodak-Theater ran zu kommen, um meinen Kram nicht so weit schleppen zu müssen. Da halb Hollywood abgesperrt ist, wird das sicher hoch interessant.

Ach ja… Jessica Alba habe ich auch schon getroffen. Immerhin die erste Promi-Sichtung hier in der Stadt. Morgen sollte sich das aber noch steigern lassen.

Jessica Alba


Es hat sich ausgeweihnachtet und -geneujahrt

Januar 26, 2012

Eigentlich, ja eigentlich… schreibt man am 25. Januar nicht mehr über Christbäume, Weihnachtsferien und Silvesterfeiern. Eigentlich.
Aber uneigentlich komme ich fast nicht drum rum.

Christmas Tree

Kurzversion: Weihnachten war beschaulich und streckenweise fad, aber da es sich um unser erstes Weihnachten ganz alleine in einem fernen Land handelte, war es doch auch etwas besonderes. Wir haben nach guter deutscher Tradition am Heiligabend gefeiert mit Entenbraten, Knödeln und einem weißblauen Weihnachtsbaum und die Weihnachtsfeiertage Computer reparierend und mit Besuch aus Los Angeles verbracht.
Mit dem sind wir dann unter anderem auf der berühmten Christmas-Tree-Lane in Alameda spazieren gegangen. Alle Bewohner dieser Straße (bis auf ein oder zwei Häuser macht jeder mit) machen zu Weihnachten ein Faß auf und schmücken die komplette Straße – Häuser, Vorgärten…

Christmas Tree Lane Alameda

Christmas Tree Lane Alameda

Christmas Tree Lane Alameda

Christmas Tree Lane Alameda

Silvester war dann wieder ne andere Sache. Also irgendwie ist das hier alles gaaaaaaanz anders. So ohne Feuerwerk und Fondue-Gelage. Wer feiern will, geht auf eine teure Party, wem’s egal ist, der bleibt zuhause und sieht fern. So zumindest mein Eindruck.

Wir wollten ursprünglich eigentlich nach Las Vegas fliegen und Silvester ordentlich Geld erzocken. Aber beim Blick auf unser Konto und der Aussicht auf einen Hawaii-Urlaub im Frühjahr haben wir es uns dann doch anders überlegt (weil das mit dem Geld ERzocken seltener klappt als das VER zocken) und uns für einen kurzen Roadtrip entschieden. Mein Freund Mark gab uns den Tipp, doch mal zur Central Coast zu fahren. Das sei die Gegend, die noch am ehesten als ‘klassisch kalifornisch’ bezeichnet werden kann. Gutes Wetter, freundliche Leute, spanische Architektur, easy living.

Ein Hotelzimmer war schnell gebucht und auf dem Weg nach San Luis Obispo machten wir Halt beim Hearst Castle. Das ist eigentlich (und schon wieder sind wir beim eigentlich…) ein ziemlicher Touristennepp. ABER: wunderschön! Der unglaublich reiche Zeitungsverleger und Kunstsammler William Hearst hat sich hier in den 20er-40er Jahren einen Traum verwirklicht und mit der Architektin Julia Morgan zusammen diese Anlagen mit atemberaubendem Blick auf den Pazifik gebaut. Und zwar genau auf halbem Weg zwischen Los Angeles und San Francisco. In den 30er Jahren war das ‘Schloss’ ein beliebter Treffpunkt für die High Society aus Hollywood.
Hier trafen sich Leute wie Clark Gable und Charlie Chaplin zu rauschenden Partys und entspannten Tagen am Pool. Ich habe fleißig Bilder gemacht und möchte Euch die natürlich nicht vorenthalten…

Hearst Castle

Hearst Castle

Hearst Castle

Hearst Castle

Hearst Castle

Hearst Castle

Den Silvestertag selber haben wir dann damit verbracht, erst auf einen Hügel zu steigen…

Morro Bay

Morro Bay

… und dann haben wir uns von einem ortsansässigen Touristen-Guide das Städtchen zeigen lassen. Der war prima, wußte unglaublich viel und hat uns jede Menge spannender Geschichten über die Entstehung der Missions, den Eisenbahnbau und einen der berühmtesten Chinesen Kaliforniens erzählt. Batman war auch in der Stadt…

Bat Mobile

Er ist aber ne ziemliche Schlampe…

Bat Mobile

Abends dann das Higlight, eine Silvestervorstellung im Great American Melodrama & Vaudeville in Oceano. Was ein Spaß! Die Show war super, das Buffet sehr amerikanisch (Steak und Bohnen) und jeder schien jeden zu kennen. Wir konnten von den Einheimischen erfahren, dass der Besuch des Theaters hier seit über 30 Jahren eine beliebte Silvester-Tradition ist.

The Great American Melodrama and Vaudeville, Oceano

Um Mitternacht gab es Sekt und Konfetti und der Herr W. machte mal wieder dicke Backen…

Maurice

…und dann war die Sache auch schon vorbei.

Der alljährliche weihnachtliche Familienwahnsinn und die silvesterliche Straßenschlacht auf der Isarbrücke haben uns natürlich schon etwas gefehlt, aber wir hatten auch so eine schöne Zeit und uns auch kaum in die Haare gekriegt :-)

Und zum Schluss noch: vielen vielen Dank für die vielen netten Mails und die Weihanachtskarten! Ich beantworte das alles noch nach und nach. Versprochen! Jetzt mache ich allerdings erstmal eine Weile Mailpause, morgen kommen nämlich meine Schwiegereltern an und die werden mich die nächsten zweieinhalb Wochen sicher ganz schön auf Trab halten!


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