Man muss (die F)(f)este feiern!

Mai 8, 2013

Hach, es war richtig schön. Und wir haben Euch trotzdem vermisst, Ihr lieben, fernen Freunde und Verwandten in der Heimat.

Eigentlich ist es ja ein Witz, nach 8 Monaten im eigenen Haus dann doch mal eine Einweihungsfeier zu machen.
Die Sache war aber von langer Hand geplant – und ist auch deshalb richtig schön geworden, denn es haben sich viele unserer Freunde Zeit für uns genommen. Manch einer hat gemosert, weil ich die Einladungen schon zwei Monate im Voraus verschickt hatte und das bei kalifornischen Hippies eher Belustigung hervorruft. Spontanität ist die Devise. Aber ich habe das lieber mit teutonischer Gründlichkeit angepackt.
Und siehe da, es wurde mir bestätigt, dass ich recht hatte. Wo gibt’s denn sowas?

Die Statistik: über 40 Gäste, verteilt auf 10 Stunden. Der jüngste Gast genau einen Monat alt, der älteste 90 Jahre (ja, Fleur war auch dabei). 52 “richtige” und 4 vegetarische Würste sowie 40 Laugensemmeln wurden verzehrt, dazu noch jede Menge Salate, Kuchen und andere Leckereien. Und Bier. Eine Menge Bier. Wie zu besten Gerhardstraßen- und Isarufer-Zeiten. Was anders war? Die Babys. Überall Babys. Immerhin sehr wohlerzogene Babys.
Aber auch bei diesem Fest wurde uns die Möblierung zerdeppert. Zumindest den Giuseppe haben wir also kaum vermisst ;-)

Übrigens: der Mann und ich haben heute unseren 14. Jahrestag. Nicht Hochzeitstag wohlgemerkt, aber heute vor 14 Jahren hat es gefunkt. Auch schön!
Und er ist (fast) noch so knackig wie am ersten Tag:

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Die Babyschwemme: Monsieur Isaac und Mighty Matilda (mit ihrer wunderschönen Mama Anna)

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Und viele angeregte Gespräche und der Beginn wunderbarer Freundschaften:

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Um Mitternacht hat unser cooler Nachbar dann noch die Klampfe rausgeholt und uns mit brasilianischen Klängen erfreut:

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Ihr seht, es geht uns gut. Wenn ich mal im Lotto gewinnen sollte, werde ich Euch alle zur Megafete einfliegen lassen! Also ich pack’s dann mal. Lotto spielen gehen…


Kuckstu hier!

April 6, 2013

Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Hier sind ein paar Filmchen, die vielleicht den einen oder anderen von Euch dazu bewegen könnten, sein Hinterteil mal hier rüber zu schaffen und die Schönheit der Stadt am Pazifik (oder so) zu genießen:

Und noch ein Link zur ZDF-Mediathek: San Francisco: Die tolerante Schöne

Oakland ist übrigens auch nicht schlecht. Just sayin’:


Captain Harris oder: Geschichten mit Geschichte

April 3, 2013

Als wir aus Hawaii zurück kamen, berichtete unser Nachbar und von einem Mann, der in unserer Abwesenheit nach uns und besonders unserem Haus fragte. Er behauptete, der Urenkel des Mannes zu sein, der unser Haus in den 20er Jahren gebaut hat. Seine Mutter, die Enkelin des Bauherrn sei mittlerweile rüstige 90 und würde das Haus gerne noch einmal sehen.

Ich fand die Geschichte erst mal suspekt. Polizistentochter halt.

Jedenfalls hatte ich die Sache schnell wieder vergessen, bis eines Nachmittags eben dieser Mann vor unserem Haus stand und mir dieselbe Geschichte erzählte.

Ich ließ mir seinen Namen geben und sah erst mal im Internet nach, was ich über ihn herausfinden konnte. Er schien auf jeden Fall bezüglich seiner Person nicht geflunkert zu haben, ich fand sogar Videos, in denen er Führungen durch die Naturparks in der East Bay machte, er ist nämlich Angestellter der Parkverwaltung und ein sog. “Arborist”, also einer, der sich mit Bäumen auskennt.

Wir telefonierten noch ein paar Mal und nach einigem hin- und her stand er dann tatsächlich an einem schönen Sonntagnachmittag im März mit seiner Mutter und deren britischem boyfriend vor unserer Tür.

Ich sag nur: WAHNSINN! Die Dame hatte im Alter von 8 bis 18 mit Ihren Großeltern, ihrer Tante und Cousine in unserem Haus gewohnt. Sie hat uns die wildesten Geschichten erzählt und jede Menge Fotos mitgebracht.

Ihr Großvater, Captain Harris, war Kapitän auf dem letzten Schoner, der durchs Golden Gate fuhr. Das Haus war dementsprechend maritim gestaltet, mit einer Kombüse als Küche, runden Bullaugen-Fenstern und Seilen statt Handläufen an der Treppe. Ebenfalls zum Haushalt gehörte ein Papagei, der auf einer Schaukel über dem Küchentisch residierte und der eines Tages auf ebendieser Schaukel das Zeitliche segnete und kopfüber in den Kartoffelbrei fiel.

Der Captain trug gerne Kapitänsmütze und Uniform und hatte sich im Obergeschoss, dort wo wir jetzt unser schnuckeliges Schlafzimmer mit Blick auf die Bucht haben, einen Kartenraum eingerichtet:

captain harris

Die Dame selbst, ihr Name ist Fleur, ist Künstlerin, lebt in Sonoma und ist die rüstigste 90jäjhrige, die ich je gesehen habe. Könnte locker für 70 durchgehen, top gestylt und modern gekleidet. Ich kam mir neben ihr echt wie ein Landei vor in meinen ausgebeulten Yoga pants.

Das ist Fleur in jungen Jahren mit diversen Cousins und Cousinen:

Fleur

Und das sind Fleur und ihr Sohn David heute

Fleur and David

Besonders toll waren die Fotos von unserem Garten. Denn damals war da nichts. Im ganzen Viertel war nichts, denn unser Haus war das erste, das hier gebaut wurde. Das Grundstück war ursprünglich deutlich größer, doch während der Weltwirtschaftskrise kamen die Kinder von Captain Harris und seiner Frau nach und nach wieder zurück ins elterliche Nest und daher wurde kurzerhand noch ein zweites Haus gebaut und später wurde das Grundstück geteilt und die beiden Häuser getrennt verkauft.

Und dort, wo jetzt unsere Eukalyptusbäume und jede Menge Sträucher stehen, da gab es nur Kakteen ;-)


Da kommt kaum Heimweh auf!

Oktober 27, 2012

Das war das Jahr der heimischen (heimatlichen?) Besuche. Und das war gut so!

Den Anfang machten die besten Schwiegereltern der Welt, die sich wirklich ganz hervorragend betragen haben. Wir haben beschlossen, dass sie wieder kommen dürfen! Jetzt, wo wir so viel Wald ums Haus rum haben, wird es ihnen auch bestimmt nicht langweilig, dafür sorgen wir schon!

Dann beglückte uns das allerliebste Tinalein, als das Wetter noch nicht so dolle war. Aber wer braucht schon Sonnenschein, wenn es Regenschirme gibt? Und Crab Legs und Sushi sind auch bei Regen gut, ne? Jedenfalls hat sie Berglöwenspuren gesehen und das war ja schon der Hammer!

Darauf folgten Billy und Robert, die in zwei Wochen (?) über 2500 Meilen (?) zurücklegten und uns das Fußballgucken mit vielen, vielen Fan-Artikeln versüßten. Danke für den Nüvi, ich kann mittlerweile nicht mehr ohne! Echt jetzt!

Zwischendrin war Giuseppe da – leider nur für eine Stippvisite. Aber es war schon super, dass er für uns seine Foto-Reise unterbrochen hat und extra für ein Wochenende von Las Vegas hergeflogen ist. Es war richtig toll, Dich mal wieder zu sehen, Gilu! Wir freuen uns auf das nächste Mal (dann vielleicht mit Anhang? Wir geben die Hoffnung nicht auf!)

Hm, wen habe ich jetzt noch vergessen? Da war doch noch was???

Ach ja… mein Kumpel Leander und seine diversen Anhänge. Meine Güte, wie konnte ich das vergessen? Waren ja nur drei Wochen! ;-)
Ihr Lieben, wir sind Euch ewigst dankbar für die tolle Umzugsunterstützung! Und wir vermissen Euch ganz schön so im großen und ganzen (mal von den  angelutschten Philadelphia-Broten unterm Tisch abgesehen harhar). Onkel Franz: ich habe Deinen ‘Liebesbrief’ letzte Woche unter den Suppentellern gefunden, darüber sprechen wir noch! ;-)

Last but noch least machten Bruderherz und Lieblingsnichtchen sunny California unsicher. Und sunny war es tatsächlich: 30 Grad im Oktober. Hallo? Das hatten sie sich verdient! Gottseidank haben sie die Sonne nicht komplett wieder mit genommen und wir haben immer noch angenehme 20 Grad. Schön, dass Ihr beide da wart und vor allem, dass es Euch so gut gefallen hat!

Und das war es erst mal. Anmeldungen für nächstes Jahr werden bereits angenommen :-)


Hammertime!

August 1, 2012

Wieso Hammertime? Na, weil MC Hammer eines der berühmtesten Kinder der Stadt Oakland war (ist? who knows?). Ebenso Jack London, Bruce Lee, Billie Joe Armstrong und Tupac Shakur. Und nun heißt es auch bald für uns: Good Bye Alameda… HELLO OAKLAND. Wir haben uns nämlich jetzt wirklich und tatsächlich ein Häuschen dort gekauft. :-)

Die letzten Wochen waren heftig, die ganze Hauskaufgeschichte mit (ernsthaftem) Suchen, Verhandeln, Kredit aufnehmen etc. hat zwar nur einen guten Monat gedauert, aber das hat uns schon ziemlich geschlaucht. Maurice hat dazu noch richtig viel Stress im Job und ich habe zu meinen anderen Verpflichtungen noch einen Teilzeitjob bei einem Kunstversand angenommen (leider musste ich dafür die Foodbank erstmal auf Halde legen). Ach ja, auf Autosuche bin ich auch gerade und in zwei Wochen kommt Besuch aus Deutschland. Also Stress pur, aber alles in allem sehr angenehmer Stress, denn es tut sich was und das gefällt mir immer gut.

our new house in Oakland

Und das ist es. Unser kleines Häuschen. Nur etwa 100 qm, was uns nach den 160 qm in unserem jetzigen Haus KLITZEklein vorkommt. Dafür hat es quasi einen Park hinterm Haus, eine riesige Terrasse und noch so einige nette Ecken mehr. Ich überlege mir tatsächlich, ein paar Hühner anzuschaffen, damit der Platz etwas genutzt wird :-)
Schön, ne?

Und hier der Herr W. auf unserer Terrasse. Künstlerisch verschwommen.

our new house in Oakland

Gottseidank können wir noch einen Monat hier auf der Insel in unserem Haus bleiben, denn es ist noch einiges zu tun in der Villa Oaklandia. Gestern Abend konnten wir zum ersten Mal seit Auszug der vorherigen Besitzer rein und haben erst mal die Teppiche in zwei der Zimmer herausgerissen. Wir hatten sehr gehofft, dass sich darunter so schönes Parkett wie in allen anderen Zimmern des Hauses befindet. Hm, falsch gehofft. In Maurice neuem Zimmer sind zwar noch Reste des alten Parketts vorhanden, es wurde aber teilweise mit Zement ausgegossen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir da noch etwas retten können ist also gleich Null. Mal schauen, was wir damit machen.
Im anderen Zimmer, unserem zukünftigen Schlafzimmer, sieht es etwas besser aus. Zwei Drittel des Raumes haben noch altes Parkett, das man abschleifen und aufhübschen kann. Nun mussten wir aber feststellen, dass das verbleibende Drittel des Zimmers wohl ein Anbau war, der nach dem ursprünglichen Bau in den 20ern errichtet wurde. Und dort wurden  Spanplatten verlegt. Hmpf. Auch hier müssen wir wohl unsere Fantasie etwas spielen lassen. Falls jemand eine Idee hat, immer her damit. Momentan denken wir über ein kleines Podestchen nach, das den Spanplattenbereich abdeckt und auf dem dann unser Bett stehen wird.

our new house in Oakland

our new house in Oakland

Und dann müssen wir auch noch was am Fundament machen lassen. Das würden wir auch ganz gerne innerhalb der nächsten vier Wochen über die Bühne bringen. Teile des Holzfundaments sind nämlich von “dry rot” befallen. Im Deutschen nennt man das wohl Hausschwamm. Da werden wir auch noch viel Freude mit haben. Und ordentliche Kosten. Aber das wussten wir vorher.

Ihr seht also, es wird uns gar nie nicht langweilig! Am Wochenende packen wir unseren Hammer aus… man kann Hammertime also auch durchaus wörtlich nehmen!


Abenteuerliche Abenteuer in der Ost-Bucht

April 24, 2012

Die gute Nachricht zuerst: NOCH wurde uns nicht gekündigt. Unsere Vermieterin scheint ein paar Problemchen zu haben, einen Nachmieter zu finden, der Ihren Mietvorstellungn nachkommen kann/will. Gut für uns, so können wir unser Häuschen noch eine Weile genießen. Aber ganz ehrlich: langsam geht das auch an die Nerven.

Und damit uns das nicht bei der nächsten Wohnung wieder passiert, haben wir einen ganz aberwitzigen Plan gefasst. Wir wagen den nächsten großen Schritt und kaufen uns ein Haus! Aber alleine der Entschluss führt ja noch zu nichts. Da kommt noch viel Arbeit auf uns zu.
Die letzten beiden Wochenenden haben wir bereits mit der Haussuche verbracht und haben mittlerweile unsere preisliche Schmerzgrenze nach oben und unsere Erwartungen (ok, MEINE Erwartungen) nach unten geschraubt.

Manch einer von Euch wird sich nun fragen: “Ja wie? Kommen die jetzt gar nicht mehr nach Deutschland zurück? So war das aber nicht ausgemacht!”
Gemach, hoch geschätzte Teutonen! Hier werden Häuser ge- und verkauft wie gebrauchte Autos. Wir machen das nur aus finanziellen und nestbauerischen Überlegungen. Weniger Steuern zahlen, die Miete in ein eigenes Haus stecken und machen können, was man will hört sich sehr viel besser an als jedes Jahr umziehen zu müssen, weil die Vermieter Amok laufen…
Wir kommen wieder, keine Frage! :-)

Aber zurück zur Haus-Suche…
Wir hatten ursprünglich in Alameda angefangen und unsere Suche aufgrund hoher Preise und mangelnder Objekte dann eher aufs East-Bay-Festland verlagert. Hayward, San Leandro, Oakland, Castro Valley waren da so unsere Hauptziele. Nach zwei Wochenenden stundenlanger Suche in diesen Gebieten haben wir beschlossen, dass wir die Insel einfach nicht verlassen möchten. Hier ist es so schön, so sicher, so nah an allem dran. Und das Klima ist unschlagbar. Wir werden uns also weiter hier umsehen. Einen Realtor haben wir jetzt auch schon fast klar gemacht und die Bankbesuche stehen für diese Woche auf dem Plan. Ich habe noch etwas Angst vor der eigenen Courage, aber langsam gewöhne ich mich doch an den Gedanken und freue mich sogar schon drauf, mal wieder was neues zu erleben.

Woran ich mich aber wirklich noch gewöhnen muss (anfangs blieb mir einfach nur die Spucke weg, mittlerweile betrachte ich diese Erlebnisse unter rein soziologischen Gesichtspunkten): Immobilienmakler reden nicht mit mir. Die ignorieren mich. Wenn ich wegen einer Hausbesichtigung einem Makler auf den AB spreche, ruft mich der nie zurück. Wenn Maurice dasselbe tut, bekommt er innerhalb weniger Stunden freudige Rückrufe. Wenn wir uns ein Haus ansehen, wird Maurice die Hand gegeben, ich hingegen scheine nur als schmückendes Beiwerk empfunden zu werden. Maurice wird nach seinem Einkommen gefragt, nach seinen Zukunftsplänen, seinen Vorstellungen. Ich stehe daneben und kann mich gar nicht genug wundern. Bank-Fuzzis reden übrigens auch nicht mit mir. Gefangen in einem 50er-Jahre-Albtraum, that’s me… :-)


Dramen, Dramen

April 3, 2012

Heute gab es in Oakland mal wieder heftigsten Polizeieinsatz. Polizeihelikopter, SWAT-Teams  und was sonst noch so dazu gehört (z. B. katastrophale Verzögerungen im ÖNV). An die kreisenden Hubschrauber haben wir uns hier schon gewöhnt, da ja letztes Jahr Occupy Oakland nicht weit von der Insel permanent unter Beobachtung aus der Luft stand.

Dieses Mal ging es aber leider nicht um (mehr oder weniger) friedliche Demonstranten.
Schrecklicherweise hat ein Mann in einem College in Oakland mindestens 7 Menschen erschossen und noch mehr verletzt, bevor er dann auf MEINER friedlichen Insel in MEINEM Safeway gestellt wurde. Alles sehr gruselig und auch ein bisschen furchteinflösend. Irgendwie kann man es sich als blauäugiger Mitteleuropäer gar nicht so richtig vorstellen, dass hier Leute mit geladenen Waffen im Supermarkt unterwegs sein könnten. Leute, die auch einfach mal austicken könnten. Da hilft nur eins: nicht dran denken. Genauso, wie man nicht an Erdbeben denkt, die einem ja mit noch viel höherer Wahrscheinlichkeit begegnen können.

Unser persönliches “Drama” (das nach solchen Neuigkeiten natürlich sehr viel von seiner ursprünglichen Dramatik verloren hat): wir müssen uns darauf einstellen, dass wir bald aus unserem wunderschönen Haus raus müssen. Heute war unsere Vermieterin mit drei Maklern zur Hausbesichtigung da und wird uns dann Ende der Woche mitteilen, ob Sie das Haus dieses Jahr noch verkaufen oder mit einer ordentlichen Mieterhöhung weiterhin vermieten will. In beiden Fällen stünde uns ein Auszug bevor. Sehr schade. Aber immerhin: auf zu neuen Abenteuern.
Ich habe mir schon ein paar Häuser rausgesucht, die wir uns in Kürze ansehen werden. Drei davon gleich um die Ecke des oben erwähnten Safeways. Halleuja, ich kauf mir dann doch mal nen Baseballschläger für unter’s Bett…


The world as we know it

November 6, 2011

Wow, es ist schon November, wo ist nur die Zeit geblieben???

Einiges ist in diesen letzten Wochen los gewesen, der Großteil davon ist schon gar nicht mehr wahr…
Aber wenn es Euch interessiert (und auch, damit ich mal was habe, was ich meinen Enkeln zeigen kann), schreibe ich mal ein bisschen auf, was wir so getrieben haben seit dem letzten Blog-Eintrag und setze auch ein paar Bilder rein.

Ende September/Anfang Oktober hatten wir jede Menge Besuch aus bayerischen Landen. Erst zwei junge Weltenbummler (wißt Ihr, wann man sich spätestens arschalt fühlt? Wenn die KINDER von Freunden auf Weltreise sind und einen besuchen kommen. DIE KINDER!), dann unsere nur marginal älteren Schnuckels Rosy und Patrick. Schön war’s. Ihr dürft alle wieder kommen! Wir haben wieder jede Menge Tourikram gemacht und uns köstlich amüsiert, z. B. auf der Folsom Street Fair (Videomaterial kann unter meinem letztjährigen Eintrag eingesehen werden, anders war es dieses Jahr auch nicht) und an den nebligen Pazifikküsten nördlich von San Francisco. Trotzdem ist das Abschied nehmen immer wieder etwas bittersüß.

Muir Beach lookout

Im Oktober haben Maurice und ich dann noch einen romantischen Kurztrip nach Monterey unternommen. Das Wochenende war hervorragend gewählt. Super Wetter, traumhaft schöne Aussichten auf dem 17-Mile-Drive entlang der Küste zwischen Monterey und Carmel und erträglich viele Besucher im Monterey Bay Aquarium.

Wir haben beeindruckende Strände gesehen…

17 mile drive

…einen wundervollen Sonnenuntergang…

Sunset in Monterey

… und haben uns auch mal nen Ast gelacht…

Alexa and Maurice

Optisch der Oberhammer war dann allerdings doch das Aquarium:

Monterey Aquarium

Monterey Aquarium

Monterey Aquarium

Monterey Aquarium

Da fahren wir mal wieder hin!

Und nun? Nun hat uns der dröge Arbeitsalltag wieder. Wobei mein Alltag etwas durch einen neuen Job aufgelockert wird, in dem ich noch bis Ende November/Anfang Dezember schuften werde. Ich arbeite nämlich drei Tage pro Woche bei einem Kunden vor Ort in Sunnyvale und teste dort hochkomplizierte Software. Ein Traum! Leider bedeutet das eine Pendelzeit von eineinhalb bis zwei Stunden. Einfach. Aber alleine die freundlichen Gespräche in der Kaffeeküche machen das schon wieder wett. Kollegen können was nettes sein, besonders, wenn die ganze Sache absehbar ist.

Von Halloween (warum will ich eigentlich immer Helloween schreiben? Hello?) Ende Oktober haben wir hier nicht viel mitbekommen, wir wohnen halt doch eher in einer Rentnersiedlung. Dieses Jahr haben wir uns wenigstens zurückgehalten und keine Süßigkeiten gekauft. Eigentlich sollte man ja gerüstet sein für den Fall, dass  man überraschend von gruselig verkleideten Kindern heimgesucht wird. Aber wir waren stand- und heldenhaft! Letztes Jahr in Bernal Heights kam nämlich auch keiner und wir mussten all die Schokolade selber essen.
Aber immerhin wissen wir, dass es im fernen Landshut einen gibt, der ganz viel Spaß hatte! (Lieber Leander, wir wünschen Dir alles, alles Gute! Lass die Faxen sein und komm bald wieder auf die Beine! Wir denken ganz oft an Dich und Deinen Anhang!)

Und endlich, endlich nach wer weiß wie vielen Wochen schlafe ich auch wieder ohne Rückenschmerzen. Nachdem der Bettrahmen nach der Ankunft ja leichte Schäden erlitten hatte, ging vor ein paar Wochen dann plötzlich meine Matratze aus dem Leim. Und nun finde mal in Amerika eine Matratze mit deutschen Maßen. Unmöglich! Gottseidank haben wir dann nach vielem hin und her hier auf der Insel einen Laden gefunden, der uns eine Maßanfertigung machen konnte. Für nur 50 Dollar Aufpreis wurde uns eine Standard-Matratze entsprechend beschnitten und nun schlafe ich wieder wie ein Murmeltier. Hurra!

Sonst genießen wir einfach unsere Zeit, wenn wir nicht arbeiten. Maurice, die alte Spielratz hat eine Menge Kumpels, mit denen er Brettspiele spielt, ich bin auch manchmal dabei. Wir gehen eifrig ins Fitnessstudio (es macht sogar Spaß. Manchmal…) und wenn das Wetter schön ist machen wir Spaziergänge am Meer oder gehen in den umliegenden Hügeln “Bergsteigen”.

Alameda

(Jaja, das ist weder ein Meer noch ein  Berg noch ein Hügel, aber ein sehr schnuckliger Park inklusive Steg in unserer Nähe)

Ja und dann sind da auch immer mal wieder diese schicken kleinen Erdbeben. Heute hatten wir mal wieder eines mit der Stärke 3,2. Die letzten waren etwas stärker, eins sogar bei 4,0. Insgesamt habe ich jetzt 5 Erdbeben hier miterlebt. Alle nur klein und nicht mehr als ein Ruckeln und ein kurzer Schreck. Ich bin nicht besonders scharf drauf, etwas größeres zu erleben, mir rutscht ja schon bei sowas das Herz in die Hose.

Bisher hatten wir übrigens den ganzen Herbst über super Wetter mit Temperaturen bis in die oberen 20er. Und heute hat der Regen angefangen. Böse Zungen behaupten, der würde jetzt nicht mehr aufhören bis März. Na, wir werden sehen…


S(n)hake, Rattle & Roll

August 25, 2011

Welches Thema wäre wohl besser geeignet, um meine Blog-Abstinenz zu beenden? Worum es geht? Genau! Um Erdbeben!

Gestern gab es ja ein größeres an der Ostküste, das einigen Schaden an Gebäuden angerichtet hat, aber bei dem Gott sei Dank kaum jemand verletzt wurde. Ich war ja schon leicht neidisch, weil ich seit einem guten Jahr darauf warte, mal etwas zu spüren. Und prompt gab es dann auch hier am Abend ein Beben. Es hatte zwar lediglich eine Stärke von 3,9, aber da das Epizentrum nur 10 Meilen von unserem Haus entfernt lag, hat es doch ganz schön gerummst. Der Kronleuchter hat auch angefangen zu schaukeln. Gruselig! Wir sind also nun erdbebentechnisch entjungfert. Wegen mir hätte das auch durchaus gereicht. Und was passiert? Heute Vormittag kam gleich der nächste Knaller. Diesmal saß ich auf meinem Bürostuhl und der bewegte sich plötzlich ganz von alleine. Stärke: 3,5. Ich hoffe mal, dass das keine Vorboten von was Größerem waren. Ich habe mich vorsichtshalber gleich mal für die nächste Erdbeben-Schulung beim örtlichen Fire Department angemeldet. Better safe than sorry!

Was gibt es sonst noch neues? Hm… wir leben so vor uns hin. Nichts weltbewegendes (außer, dass sich eben manchmal der Boden bewegt…). Momentan versuchen wir, Amerikaner für europäische Brettspiele zu begeistern (hier ‘Eurogames’ genannt). Ich werde bei Gelegenheit mal davon berichten, ob das von Erfolg gekrönt ist. Maurice sucht außerdem noch nach Schafkopfspielern, aber ich fürchte, das kann er sich abschminken.
Unsere sozialen Kontakte sind natürlich bei weitem noch nicht so umfangreich wie in München. Manchmal nervt das ein bisschen, meistens kommen wir klar.
Noch gleichen wir das sehr schön damit aus, dass wir mehr alleine unternehmen, wandern gehen, ins Kino, auf Flohmärkte, neue Restaurants ausprobieren etc. (wobei sich für letzteres auch immer öfter ein paar Eingeborene finden, die mitkommen… Amis und essen halt).

Besonders das Wandern hat es uns sehr angetan. Hier in der Bay Area gibt es aber auch SO viele Möglichkeiten. 5 Minuten Autofahrt und wir können am Strand meilenweit laufen. 15 Minuten in die andere Richtung und wir können uns durch die Wanderpfade der Oakland Hills schlagen. Noch warte ich auf meine erste Begegnung mit einer Klapperschlange. Muss aber nicht sein. Wobei ich kürzlich gelesen habe, dass größtenteils 18-25jährige alkoholisierte Männer von Klapperschlangen gebissen werden. Das hat mich dann wieder beruhigt ;-)

Ach ja… ich bin mal wieder etwas malad, liege hier so rum und kuriere eine Grippe aus, die mich am Wochenende aus dem Hinterhalt angefallen hat. So eine richtig fiese Kopf-Hals-Gliederschmerzen-Grippe mit Fieber und mieser Laune. Heute war zumindest das Fieber schon mal weg, die Stimme leider gleich mit. Mal schaun, wann die wiederkommt. Ich könnte ja nicht mal schreien, wenn’s wieder bebt (oder mich eine Klapperschlange beisst).


Wie Weihnachten!

Juni 1, 2011

Es ist kaum zu glauben, aber wahr… ziemlich genau ein Jahr, nachdem wir in München unsere Sachen eingepackt haben, ist nun der Container in Oakland angekommen. Wer hätte das gedacht?

Wir hatten nicht unseren gesamten Hausstand auf die Reise geschickt, nur einen sogenannten Lifvan voll. Ich glaube, das ist um die 5 Quadratmeter. Die Sachen, die uns folgen sollten, wurden erst mal bei Freunden in der Garage eingelagert, bevor sie dann letzten Dezember von einer Spedition abgeholt und wiederum dort eingelagert wurden. Ende Januar, als das hier mit Maurice’ Job klar war, haben wir uns dann mit der Spedition in Verbindung gesetzt und unsere Sachen angefordert. Eigentlich sollte das Zeugs dann innerhalb von 6 Wochen da sei. Naja, mein lieber Mann war etwas ‘gschlampert’ mit dem Papierkram, (das kennen wir ja) und so wurde dann eher mit Ende April gerechnet.
Mitte Mai kam der Container dann letztendlich in den USA an, wurde angeblich von San Francisco über Los Angeles nach Oakland geschippert (?) und lag dann ewig am Zoll.

Und dann… endlich… war es so weit. Letzten Donnerstag konnten wir unseren Kram abholen. Wir haben uns einen Van gemietet und uns frohen Mutes auf den Weg in die Docks von Oakland gemacht.
Und dann wurde es mir doch etwas bange, als ich das Monstrum sah… ob das Eckige wohl in das Runde passt?

lifvan

Die Dockarbeiter waren sehr hilfsbereit und sind sehr viel länger in unserer Nähe geblieben, als notwenig gewesen wäre. Maurice hatte den Verdacht, dass Wetten abgeschlossen wurden, ob wir das wohl hin kriegen.

liftvan

Und ja, zeitweise sah es so aus, als müssten wir ein halbes Bett zurück lassen.

lifvan

Wir haben aber doch alles nach hause gebracht!

Soll ich ganz ehrlich sein? Es ist teilweise schon ganz toll und herzerwärmend, was da beim Auspacken der Kisten so alles zutage kommt. Aber manchmal frage ich mich doch ‘what the f*’? Was haste Dir denn dabei bloß gedacht? Irgendwie verliert man den Bezug zu den Dingen, wenn man sie ein Jahr lang nicht gesehen und angefasst hat.

Das Schöne ist: ich habe jetzt wieder was anderes anzuziehen als nur Jeans und T-Shirts. Und wir haben unser wunderbares Bett wieder und die Matratzen haben die Reise gut überstanden. Leider hat Maurice unser Bett beim Zusammenbau gleich gekillt. Aber das werden wir auch noch hin kriegen, der Handwerker ist schon aktiviert. Momentan schlafen wir auf den Matratzen ohne Bettgestell. Alles ist besser als Luftmatratze.


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