Freiwillige vor!

Mai 5, 2011

Was kann man von einer Poolparty erwarten, bei der man mit den Worten ‘Endlich mal jemand unter 50′ empfangen wird? Hm, ich war mir auch nicht so ganz schlüssig.
Aber letztendlich war es dann doch ein netter Abend an unserem Community-Pool (also dem Pool, den das ganze Viertel hier benutzen kann – sehr schöne Anlage). Und es war auch gar nicht so schlimm, dass das Durchschnittsalter der Anwesenden gefühlte 100 war (ok, leicht übertrieben). In unserer Nachbarschaft geht es eben sehr ruhig und beschaulich zu. Im Übrigen sind die Alten auch gar nicht mal so langweilig – vielleicht weil sie alle alte Hippies sind und ordentlich tief ins Weinglas schauten, interessante Geschichten zu erzählen hatten und uns mit Informationen über Alameda und die East Bay zugeschüttet haben. Es hätte mich auch gar nicht weiter überrascht, wenn die himmlischen Chocolate-Chip-Cookies auf dem Buffet mit ‘Kräutern’ gestreckt gewesen wären…

Nun sind sie uns auf den Fersen, dass wir bei einem der Nachbarschafts-Komitees einsteigen. Da geht es hauptsächlich um Dinge, die die Anlage angehen. Die Lagune, die Gärten, den Pool. Aber auch so interessante Sachen wie ein Emergency Preparedness Committee sind dabei. Ich wollte mich ja schon immer mal darüber informieren, was man im Falle eines Erdbebens machen sollte.
Na, jedenfalls dürstet die Nachbarschaft nach frischem Blut und ich habe schon mehrere Erinnerungs-E-Mails bekommen, wir sollen es uns doch mal überlegen. Werden wir dann wohl tun…

Die Begeisterung hält sich allerdings bei mir noch in Grenzen, ich habe nämlich eigentlich eine andere, sehr viel interessantere Möglichkeit gefunden, mich nützlich zu machen.
Vorgestern war ich mit einer Freundin, die bei sehr vielen Organisationen als Freiwillige mithilft, bei der Alameda Food Bank und habe dort ein paar Stunden lang Essen an Bedürftige ausgeteilt. Das hat SEHR viel Spaß gemacht. Momentan sind die leider gut mit Freiwilligen versorgt, aber sobald jemand abspringt, kann ich dort dauerhaft einsteigen und ein Mal pro Woche mithelfen.


Extreme Couponing – spar Dich reich!

April 8, 2011

Jep, ich muss aufpassen, dass ich hier nicht zum Desperate Housewive mutiere. Ich backe Kuchen und koche, stelle Joghurt und Quark selbst her (endlich deutscher Käsekuchen!), dehydriere Obst und backe Sauerteigbrot. Außerdem ‘coupone’ ich.

Couponing geht folgendermassen: man sieht sich alle Zeitungsbeilagen durch und schneidet die bunten Gutscheinchen von Sachen aus, die man gerne kauft. Dann schaut man noch online auf diversen Coupon-Seiten nach, was es da so gibt und druckt sich die Scheinchen aus. Dann ordnet man diese nach Datum und Gruppe (Getränke, Milchprodukte, Obst/Gemüse…) und eventuell noch danach, in welchem Laden man sie einlösen kann. Und beim nächsten Einkauf nimmt man sie mit, verbringt 1 Stunde zusätzlich im Supermarkt, weil man das Zeug erst zusammensuchen muss und spart dann 50 ct ;-)
Zumindestens hatte ich das bisher geglaubt. Heute war ich dann mal gezielt bei CVS (dem amerikanischen Schlecker) und habe Hardcore-Couponing betrieben. Und siehe da: statt 36,51 nur 25,66 gezahlt. Wer sagt’s denn?

saved

Drauf gekommen bin ich über eine Fernsehserie mit dem Titel Extreme Couponing. Da werden Menschen vorgestellt, die das Couponing mMn ein bisschen zu weit treiben (eher perfekt organisierte Messies – mit Garagen voller Deoroller und Cornflakes). Und wieder mal kam mir der Gedanke, dass Loriot eigentlich seiner Zeit schon SEHR weit voraus war: einer der Couponer kaufte nämlich 62 Gläser Senf, weil sie so günstig waren :-)

Loriot – H. Lohse kauft ein – MyVideo


I am worthy!

März 17, 2011

Ja, das ist so eine Sache mit der Kreditwürdigkeit. Hier noch viel mehr als in Deutschland. Bevor wir München verlassen haben, wollte ich mir noch schnell eine American-Express-Kreditkarte besorgen, weil man die hier in den USA einfach auf die neue Adresse ummelden kann und da nicht das Hin und Her mit dem Beantragen einer neuen Karte hat. Damals hat mich AE abgelehnt, weil ich angeblich ‘in einem schlechten Viertel’ wohnte. Das haben sie natürlich nicht offiziell gesagt, eine nette Kundenservice-Dame hat es mir aber am Telefon verraten. Ich habe sie dann gefragt, ob sie schon mal in München war und wirklich denkt, dass es innerhalb des Mittleren Rings ein ‘schlechtes Viertel’ gibt. Nach etwas Recherche im Internet konnte ich dann aber herausfinden, dass AE da generell etwas zickig ist und wenn einer meiner Nachbarn einen Schufa-Eintrag hat, dann gilt gleich der ganze Straßenzug als ‘schlechtes Viertel’. OK, deren Verlust…

Naja, egal… jedenfalls habe ich mir hier dann ja eine Prepaid-Kreditkarte besorgt und damit in den letzten Monaten ordentlich Umsatz gemacht. Den entliehenen Betrag immer schön brav rechtzeitig abbezahlt (das Perfide am amerikanischen System ist nämlich, dass die Kreditkarte nicht automatisch am Monatsende durch Geldeinzug vom Girokonto ausgeglichen wird, sondern man muss da selber dran denken und die Zahlung machen. Wer es vergisst, zahlt ordentlich Zinsen – also vergisst man es lieber nicht) und wurde dann letzten Monat mit einer großzügigen Erweiterung meines Kreditrahmens um sage und schreibe $300 belohnt sowie mit einem credit score von 679. Nicht schlecht nach 9 Monaten.
(Kurze Erklärung zum credit score: ohne den geht hier gar nichts. Wenn man keinen oder einen schlechten hat, muss man in vielen Bereichen höhere Kautionen hinterlegen, hat Nachteile beim Hauskauf oder der Wohnungssuche, beim Banking etc.)
Beim Autokredit hat uns der schon relativ gute credit score aber auch nicht weiter geholfen, der Zinssatz liegt für uns bei knapp 10 %. Autsch. Na, immerhin hat man in Kalifornien ein Sonderrückzahlungsrecht ohne Strafzahlungen. Will heißen: wenn man den Kredit schneller zurück zahlt, muss man auch entsprechend weniger Zinsen zahlen. Aber vorsicht! Wer seinen Kredit in unter 12 Monaten abzahlt, hat das Problem, dass dieser keine Auswirkungen auf den Ausbau des credit score hat. Ein Teufelskreis ;-)

Nun der Grund des Postings und meiner Freude: ich habe eine Best-Buy-Kreditkarte bewilligt bekommen! Ohne Prepaid! Juhuuuu! Warum ich mich so freue? Weil ich jetzt bei Best Buy eine Waschmaschine und einen Trockner auf Raten kaufen kann und eventuell sogar noch einen Fernseher dazu (zinsfrei abzahlbar innerhalb von 18 Monaten). Leider reicht der Kreditrahmen von $600 nicht für einn Trockner oder einen Fernseher ;-)
Wenn man mal mit diesem Leben auf Pump angefangen hat, dann fällt das bei jedem Mal leichter…
Naja, ich glaube, eine Wama und einen Trockner könnte ich mir auch so noch leisten, aber der credit score, der credit score…

Fazit: man wird hier gezwungen, Kredite aufzunehmen, damit man noch mehr Kredite aufnehmen kann. Hm. Da steckt doch ein Fehler im System, oder?


Reif für die Insel

März 16, 2011

+++ Super-Sonder-Update +++ Umzug abgeschlossen +++ Immer noch keine Möbel +++

Unglaublich aber wahr, wir wohnen nun in ‘unserem’ Haus. Auf der Insel. Und diese Insel heißt Alameda. Ein beschauliches Eiland an der Bay, direkt gegenüber von San Francisco. Mit Oakland durch einen Tunnel und zwei Brücken verbunden. Hübsch ist es hier. Sehr beschaulich, ein bissl spießig, aber dafür relativ sicher. Ich muss sagen, das haben wir fein gemacht. Die Miete ist auch ok für die Größe und die Lage der ‘Burg’. Der Burggraben wird von allerlei Getier (i.e. Enten und Schildkröten) bevölkert und der lustige Güterzug Amtrak-Zug im nahen Containerhafen von Oakland spielt uns regelmässig eine kleine Nachtmusik. Wir sind angekommen!

Alles hat irgendwie gut geklappt. Die Vermieterin hat auf unser Drängen hin den größten Teil des Hauses neu streichen lassen (schlammbraune Zimmer machen mich so depressiv!), der Umzug, wenn man ihn denn so nennen darf lief reibungslos innerhalb eines Nachmittages ab. Die wichtigsten Möbel haben wir auch schon. Also einen anständigen Schreibtisch für mich und ein Set Gartenmöbel, das wir derzeit noch als Esszimmergarnitur nutzen. Der Container kommt auch schon am 21. April an (angeblich!), das heißt nur noch 5 Wochen auf der Luftmatratze schlafen, hurra!
Ich versuche immer noch verzweifelt, den üblen Geruch aus den diversen begehbaren Kleiderschränken und aus den Kücheschränken raus zu bekommen. (Danke für den Tipp mit dem Essig, lieber Schwiegervater. Es stinkt leider immer noch! Ich versuche es jetzt dann mal mit sündteurer Aktivkohle)

our house

Blick vom Wohnbereich nach oben zum “Loft”. Das soll mal Maurice’ Zimmer/das Gästezimmer werden – wenn wir Möbel haben.

our house

Der Bruggraben von der unteren Terrasse aus betrachtet (ja, wir haben zwei Terrassen… *seufz*)

Leider ist das Wetter gerade nicht so der Hit. Ich befürchte, es regnet sich langsam ein. Meine Eltern, die ja ursprünglich eine dreiwöchige Reise durch den Wilden Westen geplant hatten, sind nach einer Woche wieder nach Nordkalifornien zurückgekehrt. Vier Meter Schnee in Nevada und geschlossene Pässe hatten sie sich dann doch nicht vorgestellt. Jetzt bewohnen sie bis zu Ihrer Abreise Ende des Monats ein nettes viktorianisches Häuschen auf ‘unserer’ Insel und ich glaube, es gefällt ihnen ganz gut.


The Times They Are a-Changin’

März 1, 2011

Kinder, uns war ja klar, dass es nach den diversen Wehwehchen nur aufwärts gehen konnte. Aber nun entwickelt sich schon alles ziemlich rasant. Frau hat kaum noch Zeit zum Luftholen (oder schlafen).

Die allerbeste Nachricht zuerst: Maurice ist wieder gut aufgeräumt im Büro. Uff. Ich bin auftragsmäßig gut ausgelastet, dann kommen heute meine Eltern aus Deutschland an, gestern haben wir uns ein Auto gekauft und morgen unterzeichnen wir den Mietvertrag für ein Häuschen am Wasser. Nicht schlecht, oder?

Am Samstag ziehen wir um. Wir haben zwar noch keine Möbel (und nach der Anzahlung fürs Auto und der Kaution fürs Haus auch kein Geld mehr), aber besitzen immerhin eine Doppel-Luftmatratze, Bettzeug, einen altersschwachen Bürostuhl (hat mir unsere letzte Vermieterin geschenkt) und ein Schreibtischchen von IKEA. Die werden unser 160-qm-Häuschen sehr wohnlich aussehen lassen. Ha!
Dafür haben wir eine Terrasse direkt an einer Lagune und Enten vor dem Schlafzimmerfenster. Wer braucht schon Tisch und Sofa? Pah! Totally overrated!
Naja, vielleicht kratzen wir unsere letzten Kröten zusammen und kaufen uns am Wochenende zwei Klappstühle und ein Tischchen für die Zeit bis zum nächsten Gehaltsscheck. Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!

Noch ein Wörtchen zum Auto: Maurice und ich haben gestern Abend verwundert festgestellt, dass wir nun beide den allerallerersten Kredit unseres Lebens aufgenommen haben. Das fühlt sich schon seltsam an. Jeder Amerikaner dürfte uns schallend auslachen für unsere Bedenken (also meine).  Das ist hier ja das normalste der Welt.


Hollywood ist verdammt weit weg

Februar 27, 2011

Wäre alles reibungslos verlaufen, wäre ich heute im sonnigen Los Angeles (ok, 14° C ist auch nicht SO kalifornisch warm) mitten im Oscar-Gewühle und würde nach Filmstars Ausschau halten! Eigentlich hätte ich nämlich meinem Lieblings-Fotografen Kurt bei der Veranstaltung als ‘Messenger’ unter die Arme greifen dürfen. Aber leider bin ich viel zu vernünftig und habe letzte Woche schweren Herzens absagen müssen, um mich ganz auszukurieren und meinen Mann zu pflegen ;-)

Und so kommt es also, dass ich an einem Sonntag Morgen um 7 Uhr an meinem Rechner sitze und Steuerunterlagen sortiere, statt mit Brad Pitt zu flirten. Was sagt uns das? Ich werde echt alt…


ER die zweite (und dritte)

Februar 21, 2011

Da ich ein paar Mails mit Fragen nach meiner/unserer Gesundheit bekommen habe und mir gerade noch etwas schwer tue mit der Konzentration, hier erst mal ein Rundumschlag: mir geht es sehr, sehr viel besser. Ist auch wichtig, denn Maurice hat es richtig böse erwischt und er ist jetzt – nach 10 Tagen gerade mal in der Lage, ein paar Stunden aufzustehen. Mitte letzter Woche habe ich ihn dann doch auch überreden können, ins Krankenhaus zu gehen und sich durchchecken zu lassen, ich habe mir nämlich richtig Sorgen um ihn gemacht, da er teilweise kaum ansprechbar war. EKG, Blutuntersuchungen und Röntgen haben dann aber Entwarnung gegeben, er hatte eine beginnende Lungenentzündung, die aber auch mit Antibiotika gut zu behandeln war.
Kurzer Lacher am Rande: ich hatte zwei Wochen vorher noch codeinhaltigen Hustensaft verschrieben bekommen, der mir sehr gut geholfen hat. Als ich den Arzt nach demselben Saft für Maurice fragte, meinte der, die Apotheker in Oakland hätten eine Woche vorher verkündet, diesen Saft nicht mehr rauszugeben, da zu viel Mißbrauch damit getrieben wurde. Codein macht nämlich high. Was ist das denn für ein Scheiß???? Weil ein paar Junkies den Hustensaft als Droge mißbrauchen, bekommen Leute, die wirklich krank sind eine Abfuhr? Warum nicht gleich auch Schmerzmittel und Psychopharmaka einbehalten?

Jetzt heißt es eigentlich nur noch durchhalten und gesund werden und die Daumen drücken, dass der Ausfall sich nicht negativ auf Maurice’ Job auswirkt. Drückt mit, ja?
Da er noch keine PDOs (payed days off) angesammelt hatte, wird er für die versäumten Tage auch nicht bezahlt. Vielleicht ganz gut so, dann ist er dem Arbeitgeber auch nix schuldig. Dafür muss er, bevor er wieder zurück ins Büro darf, zum Arzt gehen und sich ‘gesund schreiben’ lassen. Hier gehen die Uhren wirklich komplett anders, oder? Wieder was gelernt…

Ach ja… die dritte ER-Geschichte. Ich habe letzte Woche die Rechnung für meinen 4-stündigen Aufenthalt bekommen (3,5 Stunden davon Wartezeit). OK, haltet Euch fest: über 2.500 Dollar. Abzüglich 40% Rabatt für nicht versicherte Patienten kommt der Spaß dann immer noch auf über 1.400 Dollar. Mir ist erstmal die Luft weggebleiben, diesmal nicht wegen der Lungenentzündung. Ich hoffe, dass meine Auslandskrankenversicherung den größten Teil übernimmt. Bisher haben sie sich noch nicht geäußert.


Crazy Town

Februar 12, 2011

Nach 3 Wochen zwischen Bett und Sofa lechze ich jetzt nach einem Abend in der Stadt. Noch muss ich warten, bis Maurice wieder auf den Beinen ist, aber dann gibt es kein Halten mehr…


… und kein George Clooney in Sicht

Februar 1, 2011

Ich war ja schon immer mal neugierig, ob es in amerikanischen ‘Emergency Rooms’ wirklich so zugeht wie im Fernsehen. Aber SO sehr hat es mich dann doch nicht interessiert, dass ich unbedingt jetzt gleich und sofort einen von innen sehen musste.

Kurz zur Vorgeschichte: vorletztes Wochenende waren wir in  Santa Cruz, einem kleinen Hippie-Städtchen direkt am Meer und haben Maurice’ Abschied vom süßen Nichtstuerdasein gefeiert. Den Kurztrip hatte er von mir zu Weihnachten bekommen, weil klar war, dass unser Winterurlaub in Deutschland zwar schön werden würde, aber sicher auch anstrengend. Und das Wochenende war wirklich super! Ein Zimmer in einem schönen Hotel mit traumhafter Aussicht raus aufs Meer. Die ganze Nacht Meeresrauschen im Ohr. Man konnte morgens einen der schönsten Sonnenaufgänge vom Bett aus betrachten. Tagsüber haben wir Surfer am Strand beobachtet, abends jede Menge Fisch gegessen. Alles sehr schön! Und zur Krönung haben wir auf der Heimreise noch einen Abstecher ins Naturreservat Año Nuevo gemacht, wo sich um diese Jahreszeit tausende von See-Elefanten treffen, um ihre Kinder auf die Welt zu bringen und sie ein paar Wochen aufzuziehen. Bilder dazu gibt es noch irgendwann…

Als wir dann wieder zuhause waren merkte ich schon: ohje, Erkältung. BÖSE Erkältung. Wegen meiner Abneigung gegen Medikamente hab ich erst mal nichts genommen, den Husten einfach akzeptiert und mir Globuli und Honigsaft reingepfiffen. Weitergearbeitet habe ich natürlich trotzdem. Mein Befinden ging rauf und runter, der Husten wurde eher schlimmer. Diesen Samstag sind wir dann Häuser ansehen gegangen, denn jetzt wird es ja ernst mit der permanenten Bleibe. Sonntag war ich dann wieder total geplättet. Und gestern Nachmittag war’s mir dann endlich egal, dass ich ja keine Krankenversicherung habe und den Schmarrn erstmal selber zahlen muss… ich habe mir ein Taxi gerufen und mich in den nächsten ER chauffieren lassen. War eine gute Idee!

Wie es war? Hm, kein großer Unterschied zu den deutschen Krankenhäusern, in denen ich schon die Freude hatte, die Notaufnahme zu besuchen zu dürfen. Das übliche Chaos gepaart mit Desinteresse von Seiten der Belegschaft…
Die einzigen Unterschiede bei der Aufnahme: man wird danach gefragt, ob man häuslicher Gewalt ausgesetzt ist und ob man religiöse Präferenzen hat. Die Frage nach einer Schwangerschaft, die ich eigentlich in meinem zarten Alter erwartet hätte, fiel erstmal unter den Tisch.

Die zwei Stunden im Wartebereich vergingen wie im Flug… denn DA war es schon interessanter als in Großhadern. Oakland ist ein rauhes Pflaster, das sieht man an solchen Orten ganz besonders. Ein recht buntes Völkchen hatte sich eingefunden: betont coole schwarze Jugendliche in Gang-Farben, alte Asiatinnen, ein verschleiertes Mutter-Tochter-Pärchen, zwei alte Italiener (einer davon mit einer Tüte frischer Tortellini in der Hand – weiß der Geier, warum), heftig tätowierte und gepiercte Jungs und Mädels, white Trash. Ich tue in solchen Situationen immer so, als gehöre ich zu letzterem. Funktioniert immer – besonders, wenn ich meinen alten, fleckigen Jogginganzug anhabe ;-)

Im Untersuchungsraum war es dann auch wieder ganz so wie im Fernsehen: eine lange Reihe von Pritschen, jede durch einen Vorhang von der anderen getrennt. Ich musste so ein doofes Flügelhemdchen anziehen und wurde dann abwechselnd von einer Schwester und einer jungen Assistenzärztin malträtiert. Aber alle waren sehr nett zu mir. Ich musste inhalieren, bis mir schlecht wurde, dann wollten sie  noch meine Lunge röntgen. Ich habe dann erklärt, dass ich ja wohl doch noch im gebärfähigen Alter sei und ich eigentlich vorher einen Schwangerschaftstest erwarten würde. Das hat sie dann etwas aus der Bahn geworfen, aber es wurde alles schön nach meinen Vorstellungen erledigt. Lustigerweise hörte ich fünf Minuten später in der Nachbarzelle (in der das verschleierte Mädel mit seiner Mutter untergekommen war), dass vor dem Röntgen ja UN-BE-DINGT ein Schwangerschaftstest gemacht werden müsse, das sei ja Pflicht bei jungen Frauen. Unnötig zu sagen, dass die junge Muslima hoch empört war.

Ach ja… ich habe ne Lungenentzündung.


Pssssssst…

Januar 26, 2011

Hört Ihr das? Genau, kein Mucks! Ich bin ganz alleine in der Wohnung. Nein, Maurice ist nicht beim Einkaufen und auch nicht im Pool. ER HAT HEUTE SEINEN ERSTEN ARBEITSTAG!

Was sind wir froh… :-)


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