Natur und Shopping

Standard

Ich habe mich verliebt. In den Central Park. Jedes Mal, wenn ich keine Lust auf Touri-Zeug habe, laufe ich rüber und entdecke etwas Neues. Gestern habe ich meinen bisher längsten Spaziergang in der ‚grünen Lunge von NYC‘ gemacht. Von der 96sten Straße ganz runter zum Columbus Circle. Vorbei am Arthur Ross Pinetum, dem Shakespeare Garden, dem Swedish Cottage (einem Marionettentheater), dem Pond Lake und den Strawberry Fields. Ich habe Pinien- und Blumenduft geschnuppert, ein Eichhörnchen vor steinewerfenden Rüpeln gerettet, einem alten Chinesen beim Tai Chi zugesehen und mich am John-Lennon-Gedenkmosaik von der besonderen Stimmung (und dem Joint-Duft) inspirieren lassen. Unglaublich, wie friedlich dieser Park an einem Donnerstagnachmittag ist! Es waren eigentlich nur die unvermeidlichen Jogger und Frauen mit Kinderwagen unterwegs.

fun in central park

Am Columbus Circle war es dann erstmal vorbei mit dem Frieden. Ich muss sagen, ich kann am Trump Tower nicht mal hochSCHAUEN, schon wird mir schlecht. Es gibt Leute, die wohnen da freiwillig…

columbus circle

Im Times Warner Center am Columbus Circe habe ich mich dann gut zwei Stunden vergnügt. Erstmal bei Williams-Sonoma, einem riesigen Laden für Kochutensilien. Ich habe mich gefühlt wie ‚a kid in a candy store‘, nur konnte ich mir leider nichts kaufen. Die Wahl für den Rückflug würde dann heißen: Klamotten oder Kochtopf. Hm, keine schwere Wahl. Naja, ich habe jedenfalls viel geschaut, mich eine Weile in der Kochbuchabteilung vergraben und schon mal notiert, was ich mir bei Amazon alles bestellen muss, wenn ich wieder zuhause bin.
Der Laden bietet auch fast täglich Kochkurse an, die in einer Küche mitten im Laden abgehalten werden. Ich habe eine Weile zugesehen und mir kurz überlegt, auch an einem der Kurse teilzunehmen. Aber bei einem Preis von $75 für Kurse wie ‚Food made fast: Salad‘ oder ‚Simple Suppers‘ hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Der New Yorker an sich isst ja doch eher auswärts.

Die nächste Station war der Whole Foods Market im Untergeschoss des Time Warner Centers. Noch so ein Megastore, aber sehr beeindruckend. Um 7 Uhr abends brechend voll mit Yuppies, die alle ihr sauer verdientes Geld in ökologisch korrektem Essen anlegen wollten. Ja, teuer ist es da schon. Aber so toll. Ich war auf jeden Fall zu überwältigt, um Fotos zu machen und das will was heißen…

Sick in NYC

Standard

Ah, mir geht’s gar nicht gut. Entweder ich hab mir nen ’stomach bug‘ eingefangen, oder das chinesische Takaway gestern war nicht ganz koscher.
Jedenfalls lasse ich es heute langsam angehen, suche mir eventuell noch eine kleine Runde aus meinem neuen Buch New York’s 50+ Best Places to Enjoy Central Park and Other Retreats aus und werde mir einen ruhigen Tag machen. Bisschen was arbeiten (ja, das wäre mal wieder nötig) und endlich mal ein paar Fotos bei Flickr uploaden, man kommt ja hier zu nichts.

Eigentlich hatte ich für heute Abend schon Pläne, mal schauen, wie es mir später geht. Wenn ich mich noch aufraffen kann, gehe ich vielleicht wirklich mit zum Swing Dance. Aber momentan tut mir der Gedanke an swingen irgendwie gar nicht gut…

Sunny Sunday

Standard

Heute war wieder ein Tag voller neuer Eindrücke. Erstmal Brunch bei Bubby’s mit einer supernetten Internetbekanntschaft (weiblich, Maurice!). Ich habe heute das erste mal die berühmten Warteschlangen vor New Yorker Brunch-Restaurants kennengelernt. Lustig, wenn wie heute die Sonne scheint.
Mark hatte mir dieses Restaurant empfohlen – hauptsächlich wegen des antiquierten Pacman-Spiels und des s/w-Passfotoautomaten im Keller. Aber auch das Frühstück war nicht ohne. Ich hatte unter anderem Wassermelonenlimonade bestellt: lecker, teuer – New York eben.

watermelon lemonade

Kurzer Zwischenstopp bei der weltberühmten Feuerwehrwache ‚Hook & Ladder 8‘, wo die Ghostbuster-Filme gedreht wurden und wo nach wie vor mutige Feuerwehrmänner ihren Dienst tun. Liebe Anne, das Foto dieses nachdenklichen jungen Mannes in kurzen Hosen ist nur für Dich.

Hook and Ladder 8

Danach gings weiter zur Canal Street auf der Suche nach dem angeblich besten Lychee-Eis der Stadt. Wir haben es gefunden, hat nur knapp eine Stunde gedauert: kreuz und quer durch das an Sonntagen doch recht gut besuchte Chinatown. Ich bin mal wieder unangenehm aufgefallen, weil ich jedesmal laut lachen musste, wenn mir wieder eine kleine, schüchtern dreinschauende Chinesin zuflüsterte: Plada, Chanel, Hilfingel? In dunklen Ecken konnte ich Rolex-Deals beobachten, die wie Drogendeals aussahen und um ein Haar hätte ich mir den neuen Spiderman auf DVD gekauft – hatte ein Junge an der Ampel neben mir dezent unterm Mantel. Ich habe mich dann aber doch zurückhalten können. Das wäre beim deutschen Zoll vermutlich nicht gut angekommen.

Nach einem kurzen Stopp auf ein jamaikanisches Bier in der Kitchen Commune ging es weiter über eine Art Wochenmarkt auf einem abgesperrten Stück des Broadways (hat mich stark an die Auer Dult erinnert) Richtung Norden. Bis uns irgendwann die Füße weh taten.

Hardcore Filmfest

Standard

Morgen ist der letzte Tag des Tribeca Filmfestivals. Für mich war der letzte Tag heute. Nach zehn – größtenteils beeindruckenden – Filmen habe ich meinen ‚Marathon‘ mit I Have Never Forgotten You, einer Dokumentation über Simon Wiesenthals Leben und Schaffen, beendet. Obwohl der Film bereits auf der Berlinale im Februar gezeigt wurde, wird er laut Regisseur Richard Trank aber wohl erst nach der Viennale im Oktober in die deutschen Kinos kommen.

Herausragend war für mich außerdem The Man of Two Havannas von Vivien Lesnik Weisman über Ihren Vater, Max Lesnik, Exilkubaner und politischer Aktivist und ihre eigene Identität als Exilkubanerin der zweiten Generation.

Überhaupt ist mir aufgefallen, dass ich insgesamt nur zwei ‚Spielfilme‘ gesehen habe, der Rest waren Dokumentarfilme und Kurzdokumentationen. Hat sich aber sehr gelohnt.

Jetzt kann ich mich endlich verstärkt ins wilde New York stürzen. Zu dem Zweck habe ich mir heute auch dieses Buch zugelegt:

1001 ideas

Dinge, die die Welt sehr wohl braucht

Standard

Es gibt hier Dinge, deren Sinn und Zweck sich dem Mitteleuropäer (und ganz besonders DIESER Mitteleuropäerin, die – wenn man mal von diversen Urlauben absieht – nie einen Wachsalon benutzt hat) erst auf den zweiten Blick erschließen. Beispiel: der ‚foldable hamper‘. Ja, genauso habe ich auch geschaut, als meine Vermieterin mir einen solchen in die Hand drückte. Verpackt so groß wie ein Frisbee und wie gesagt… keine Ahnung, wozu man sowas braucht. Als ich die Verpackung entfernt und das elastische Gummiband halb abgezogen hatte, sprang mir das Ding auch schon ins Gesicht. Aha, der Vermerk ‚caution when opening‘ auf der Außenseite war also nicht nur übervorsichtige amerikanische Panikmache.

Ausgeklappt und mit drei Metallstreben verstärkt sieht das Ding dann so aus:

foldable laundry hamper

Ich gebe zu, ich habe erstmal im Internet forschen müssen, um herauszufinden, was ich nun damit machen sollte. Und plötzlich ging mir ein Licht auf. Na klar, da kommt die Wäsche rein, wenn man sich auf den Weg zum Waschsalon macht. Und auf dem Rückweg werden die schön gefalteten T-Shirts dann auch nicht verknautscht. Und ich Dummerchen hatte mir extra eine olle gelbe IKEA-Tasche aus Germany mitgebracht zu diesem Zweck. Die kriegt jetzt der nächste Obdachlose für seine Zeitungen…