Unterwäsche-Geschichten

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Vor ein paar Jahren sah ich den Film Foreign Correspondents meines Freundes Mark zum ersten mal. In einer Szene (die glaube ich dann rausgeschnitten wurde), meint eine Frau, sie hätte am Abend keine Zeit, weil sie ihre Wäsche machen müsse. Ich fand den Satz damals doof. Einen Abend für die Wäsche? Was ist denn da bitteschön so aufwendig? Wama auf, Wäsche rein, waschen, trocknen oder aufhängen. Tja, deutscher Irrglaube.

Hier geht das so:

  • Wäsche sortieren und einpacken, am besten in eine große (IKEA-)Tasche, die man irgendwie auf ein Wägelchen montiert, das man dann hinter sich her zieht. Waschmittel in kleine Glasflasche umfüllen, weil man die riesen Flaschen nicht durch die halbe Stadt schleppen will.
  • 25ct-Münzen (Quarters) aus allen Taschen zusammenkramen.
  • Drei Blocks zum nächsten Waschsalon marschieren.
  • Dabei immer das Wägelchen balancieren, weil man es natürlich falsch beladen hat und die Räder zu klein sind und es dauernd umkippt, wenn man nicht aufpasst.
  • Eventuell noch ein paar Dollarscheine in den Automaten stecken und in Quarters umwechseln lassen (wenn der Automat die Dollarscheine annimmt, tut er nämlich nicht, wenn sie nicht nagelneu und ungeknickt sind)
  • Angesichts der riesigen Maschinen den Gedanken an 60°- und 40°-Wäsche wieder verwerfen und die vorher sortierte Wäsche in eine Maschine stopfen. Eine Mitteltemperatur auswählen und beten, dass die T-Shirts nicht eingehen.
  • 14 Quarters in die Maschine werfen, Waschmittel dazu, einschalten, Waschsalon verlassen
  • Kleinen Sushi-Lunch beim Stammjapaner einnehmen
  • Gerade rechtzeitig nach 40 Minuten zurück sein, um die fertige Wäsche aus der Maschine zu nehmen
  • Nun doch nochmal sortieren, weil die T-Shirts definitiv NICHT heiß getrocknet werden sollten.
  • Zwei Trockner anwerfen (je 4 Quarter), erstmal einkaufen gehen
  • Nach einer halben Stunde zurückkommen, die trockene Unterwäsche und halbtrockenen T-Shirts einpacken, die Einkäufe mit einem Expander auf der Wäschetasche befestigen, beten, dass alles gut geht
  • Sich balancierenderweise wieder auf den Heimweg machen
  • Den Wagen in den vierten Stock schleppen
  • Sich überlegen, ob man nicht doch den Rat einer amerikanischen Freundin beherzigen, seine Scham ob der getragenen Höschen überwinden und den netten chinesischen Wäschereimenschen an der Ecke die Wäsche in Zukunft abholen lassen sollte.
  • T-Shirts auf Kleiderbügel hängen und in der ganzen Wohnung zum Trocknen aufhängen

Sonst ist alles beim alten… nur dass ich langsam an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifle. Habe mir heute neonrosa Ligloss im Totenkopf-Design und Superwoman- bzw. Pirates-of-the-Caribbean-Unterwäsche gekauft. Und eine Flasche kalifornischen Rotwein. Ohne ID. I swear!

8 Gedanken zu “Unterwäsche-Geschichten

  1. Alexa

    Es gibt angeblich 50 cent und 1 Dollar Münzen. Habe ich allerdings noch nirgends gesehen und die werden auch in der Regel von Automaten nicht angenommen.
    Übrigens gibt es auch keine 2 cent Münzen

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  2. Alexa

    Bisher ist bei mir gottseidank noch nichts eingegangen. Aber da ich mich nicht traue, die Baumwollsachen komplett im Trockner zu trocknen, riechen manche ein bisschen ‚muffig‘. Hier ist einfach die Luftfeuchtigkeit so hoch. Ich glaube, beim nächsten mal traue ich mich und trockne die Sachen ganz durch. Ist irgendwie unangenehm, dauernd diesen Geruch in der Nase zu haben Mir wurde zwar von mehreren Seiten versichert, dass ich nicht unangenehm rieche, aber wer weiß…

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