(fast) wie am Viktualienmarkt

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Grocery shopping – Lebensmittel einkaufen. Recht wichtig, wenn man nicht dauernd Essen gehen möchte… und nicht ganz trivial (vor allem, wenn man kein Auto hat und oben auf nem Berg Hügel wohnt).

Unsere Optionen sind also limitiert: entweder zu Saveway oder Trader Joe’s gehen und für einen Bund Schnittlauch 2,50 $ hinlegen, den kurzen Weg nach Chinatown rüber laufen und das Pfund Kohlrabi für 0,19 $ erstehen (und weder wissen, aus welcher Kloake das Zeug gezogen wurde, noch verstehen, was die breit grinsende Chinesin einem so alles an den Kopf wirft)… oooooder auf einen der vielen Farmers Markets in der Stadt gehen, im Gemüse schwelgen, einen Preis irgendwo zwischen Supermarkt und Chinatown hinblättern und viel zuviel kaufen, aber glücklich sein.

Easy choice!

Einer der bekanntesten Farmers Markets befindet sich hinter dem Ferry Building am Ende der ‚Prachtmeile‘ Market Street. Hier gibt es zwei mal die Woche alles, was das Herz des Freundes frischer Produkte begehrt und zwischendrin kann man im Ferry Building selbst die tollsten Köstlichkeiten für stattliche Preise erstehen (und seinen Mann mit ‚fast deutsch schmeckendem‘ Brot erfreuen).
Bisher war ich immer am falschen Tag in der Gegend, darum habe ich diesen Markt noch nie live erlebt, muss ich aber noch nachholen.

Fast genauso schön (habe ich mir sagen lassen) ist der Heart of the City Market am UN Plaza. Sehr schöne Location und große Auswahl.  Klar, hier gibt es mehr Homeless (die mit Vergnügen an den Ständen Kirschen etc. klauen)  – aber damit muss man sich in dieser Stadt halt arrangieren, das ist wirklich ein großes Problem.
Dort war ich jedenfalls letzten Sonntag und habe richtig zugeschlagen. Sowohl beim Gemüse als auch beim Fisch.
Nachdem ich den Fischverkäufer davon überzeugt hatte, dass ich kein Interesse daran habe, den gruselig aussehenden Fisch, den er mir als 1A-Fisch zum grillen angeboten hatte, selbst auszunehmen, hatte er sich doch breitschlagen lassen, mir ein paar Lachssteaks, gemischte Fischstücke für eine Suppe und gar köstliche Jakobsmuscheln zu verkaufen. Dazu noch schnell Blumenkohl, Zucchini, Fenchel, frischen Koriander und andere Köstlichkeiten erstanden… das Leben ist lecker!
Nach Hause musste ich dann allerdings voll bepackt mit dem Bus fahren – beim nächsten mal müssen der Mann und sein Rucksack mit.

We’re walking…

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Um den letzten Tag noch auszunutzen, an dem wir einen Wagen hatten, sind wir am Montag über die Golden Gate Bridge nach Norden Richtung Marin County gefahren, um uns dann in die Büsche zu schlagen 😉
Wir sind einem wunderschönen Trail gefolgt, der uns direkt zum Tenessee Cove führte, einer kleinen Bucht am Pazifik mit schwarzem Sand, rauhen Felsen und hohen Wellen. Die Stelle ist nicht zum Schwimmen geeignet, aber toll, um einfach nur da zu sitzen und aufs Meer zu schauen.

Spiele spielen

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Maurice, die alte Spielratz konnte es nicht lassen. Unser erstes ‚Socializing‘ fand also im Brettspiel-Umfeld statt. Über Meetup hatte er einen Spiele-Laden ausgemacht, der mehrmals die Woche Spieleabende veranstaltet. Da kann man dann hingehen und alle Brettspiele spielen, die dort im Laden verkauft werden. Man setzt sich einfach zu anderen Gruppen dazu oder macht seinen eigenen Tisch auf. Ich hatte ja erst nicht so richtig gezogen, aber fand dann doch recht schnell Spaß dran, die Leute waren auch wirklich nett. Die beiden Besitzer, Erik und Shane, sind Hardcore-Gamer, die auch in ihrer Freizeit scheinbar kaum etwas anderes tun als spielen. Jungs halt…

Als Shane merkte, dass wir aus Deutschland kommen, war er sofort Feuer und Flamme und wollte wissen, wie das denn sei bei uns… seine Vorstellung von Deutshcland sei, dass die Leute da abends alle zusammen sitzen und Brettspiele spielen. Der Gedanke kann einem auch kommen, wenn man sich die Spieleschachteln mal so ansieht – der Großteil kommt aus deutschen Landen. Deutschland, das Land der Spieler und Denker? Wir haben ihn dann sanft aufgeklärt…
Das nächste Mal gehen wir an einem Donnerstag, da ist ‚adult night‘ und man kann sich sein eigenes Bier mitbringen

Summertime

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Juhu, wir sind umgezogen! Jetzt ist erst mal ein wenig Entspannung angesagt. Gut zu wissen, dass in den kommenden zwei Monaten kein Umzug ansteht und wir mal eine Weile an einem Ort bleiben können.

Die Wohnung ist super schön. Ein Loft auf zwei Etagen – unten Wohn-, Ess- und Arbeitsbereich, oben Schlafnische und Bad. Dazu noch eine kleine Veranda (inklusive Gasgrill, den wir in den vier Tagen, in denen wir jetzt hier wohnen schon drei Mal benutzt haben) und ein Stück Garten. Ist aber beides wenig einladend, weil es hier KALT ist. Klar scheint die Sonne, aber der Wind pfeift ganz schön und wenn man sich im Schatten aufhält, wird es einem schnell zu frisch. Wir heizen hier jeden Tag. Wie sagte doch Mark Twain so schön: „The coldest winter I ever saw was the summer I spent in San Francisco.“ In diesem Sinne: Brrrrrrrrrrrrrrr


unsere Arbeitsecke im Loft

Unsere Vermieter haben uns vor unserem Einzug übrigens noch einen Abend durchs Viertel geführt und uns die nettesten Plätze, Restaurants etc. gezeigt (und hier mit uns fantastisch gespeist). Super nett! Sie haben uns auch einige Listen mit ‚places to go‘ dagelassen, die Adresse der besten chinesischen Wäscherei im Umfeld (wir haben hier nämlich keine Waschmaschine und meine New Yorker Waschsalonerlebnisse muss ich ja nicht unbedingt wiederholen), Tipps zu Ausflugszielen, Kontaktdaten von Freunden, falls mal was ist….

Wir würden uns ganz gerne revanchieren und da die beiden auf ihrem zweimonatigen Trip durch Europa auch in München vorbeikommen und da sogar eine Woche bleiben, dachten wir, es finden sich vielleicht ein paar nette Münchner, die ihnen ein bisschen was von der Stadt zeigen könnten, oder sie abends mal mit auf die Piste nehmen. Sie sind zwischen dem 15. und 22. Juli in der Stadt. Also wenn jemand Lust hat, bitte Nachricht an mich.

und hier um die Ecke wohnen wir…

Der ganz normale Wahnsinn

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Führerschein? Check. Bankkonto? Check.
Jetzt steht noch die große Entscheidung bzgl. eines Mobilfunkanbieters/Smart Phones an und ein Auto müssen wir uns auch noch suchen/kaufen. Ach ja… und eine Autoversicherung, ich vergaß.

Nun sind wir schon eine Woche da und haben noch nichts touristisches unternommen. Wir haben Preise verglichen bei Safeway und Trader Joe’s, haben mehrere Banken und Handyläden besucht, uns auf der Führerscheinstelle rumgetrieben und sind mit unserer Mietwagenschleuder durch die Vororte gezuckelt, um uns mal umzusehen, wo wir uns vorstellen könnten, längere Zeit zu wohnen.

Morgen ziehen wir in die City um, genauer gesagt nach Russian Hill, gleich in der Nähe von North Beach und Fisherman’s Wharf. Das bedeutet: zwei Monate Stadtleben. Juhuuuuuuu!

Brumm Brumm

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Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich danoch einmal durch muss, aber verglichen mit meinem ‚ersten Mal‘ war das diesmal ein Klacks: seit Mittwoch bin ich tatsächlich stolze Besitzerin einer ‚temporary driver’s licence‘. Wir haben nämlich unsere theoretische Fahrprüfung abgelegt und grandios bestanden (selbst der Mensch vom DMV war beeindruckt – besonders, dass ich weniger Fehler hatte als Maurice ;-)).

Am Dienstag sind wir zur Führerscheinstelle gefahren, um uns ’nur mal zu informieren‘ und wurden gleich durch die ganze Maschinerie geschleust: Sehtest, Unterlagen ausfüllen, zahlen, Foto machen. Für den theoretischen Test war es leider schon zu spät an dem Tag, den hätten wir aber auch gleich machen können. Wir waren dann aber ganz froh, dass wir noch Zeit hatten, uns am nächsten Tag das Handbuch durchzulesen, sonst wäre es eng geworden. Wäre aber auch egal gewesen, denn mit der Zahlung von 31 Dollar kann man den Test drei mal wiederholen. Bei 36 Fragen darf man bis zu 6 Fehler machen. Also eigentlich ein Witz.

Jetzt haben wir zwei Monate Zeit, um den praktischen Teil der Fahrprüfung zu absolvieren, dann bekommen wir unsere California Driver’s Licence. Sehr hübsch mit Verbrecherfoto. Immerhin eine offizielle ID. Unsere zweite nach der Greencard.

Wer hätte das gedacht?

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Der Weg war lang, manchmal beschwerlich, meistens aufregend, letztendlich schön. Wir sind da! Wow!

Am Freitag sind wir in San Francisco gelandet und nach den stressvollen Wochen waren jetzt erst mal zwei gemütliche Tage in den Suburbs angesagt (ich hab noch nicht mal Fotos gemacht, shame on me!). Wir sind viel rumgelaufen und mit dem Caltrain gefahren. In der Stadt waren wir noch gar nicht, die Strecke zwischen Millbrae und Redwood City kennen wir dafür schon recht gut. Den ersten Sonnenbrand haben wir auch schon. Feuertaufe á la California, nehme ich mal an…

Die kommende Woche ist schon gut verplant mit Arbeit (für mich), Arbeitssuche (für Maurice), Führerscheinprüfung, Leute treffen, Umzug. Ach, langweilig wird uns sicher nicht.

Sind wir schon ‚richtig‘ angekommen? Meinem Gefühl nach sind wir noch weit davon entfernt. Vielleicht, wenn wir dann in unserem Übergangsapartment sind, die Koffer ausgepackt haben, mal wieder etwas Alltag einkehrt. Bis dahin kneife ich mich immer mal wieder und kann es kaum glauben. Hey, wir sind da!!!!

Übrigens haben wir jetzt eine HD-Kamera. Bisher sind schon einige Filmchen auf der Platte, mit dem Schneiden und Uploaden tue ich mir noch etwas schwer. Aber es kommt. Irgendwann. Und dann zeigen wir Euch den ersten Sonnenaufgang, den wir an der San Francisco Bay erlebt haben. Morgens um Viertel vor 6 am ersten Tag hier. Neinein… KEIN Jetlag… 😉

Und zum Schluß noch etwas, was mir ganz besonders am Herzen liegt: vielen, vielen Dank an alle unsere unglaublich tollen Freunde und unsere Familien! Danke für die Unterstützung und die Bestätigung. Danke, dass Ihr uns nur ein ganz kleines bißchen für verrückt haltet, danke für die vielen Mails und guten Wünsche, danke für den perfekt durchgezogenen Umzug und den Unterschlupf in den letzten beiden Wochen. Danke für’s da sein!

…und in der Gegend wohnen wir zur Zeit…