Das Glück des Herrn W.

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Letzte Woche war noch einmal richtig tolles Wetter und da Maurice am Freitag ein Vorstellungsgespräch hatte und meine Auftragslage auch entspannt war, haben wir uns für zwei Tage bei Zipcar einen Prius geholt und sind am Donnerstag mal wieder zum Wandern nach Marin hoch gefahren. Der Trail war gut 5 Meilen lang und erst etwas steiler, dann recht waldig, aber alles in allem sehr schön und der Aufstieg wurde mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.

Marin - Kent Trail

Also alles prima, bis… ja bis kurz vor dem Parkplatz, als ich mich beklagte, dass meine Finger leicht angeschwollen waren und mein Ehering feststeckte und mein schlauer Mann daraufhin meinte ‚tja, ICH hab meinen Ring vorhin abgenommen und jetzt spannt da nichts… ähm…“
Überflüssig zu sagen, dass das Durchsuchen seiner Hosentaschen nicht von Erfolg gekrönt war.

Da die Sonne schon bald unterging mussten wir wohl oder übel zurück zum Auto und ohne Ring nach San Francisco zurück fahren. Beide tiefst betrübt – der schöne Tag, der hinter uns lag gründlich vers**t.
Am nächsten Tag war dann ja das Vorstellungsgespräch in der South Bay, daher konnten wir erst am Samstag wieder zurück zum Schauplatz des Grauens.

Also ganz ehrlich, ich hatte mir keine großen Hoffnungen gemacht. Die Strecke, auf der der Ring verloren gegangen sein konnte, war ca. 1,5 Meilen lang – vom kleinen Bach, in dem sich Maurice die Hände gewaschen hatte und wo er den Ring in seine Hosentasche gesteckt hatte bis zu dem Punkt, an dem er bemerkt hat, dass das Ding weg war. Alles schmaler, teilweise belaubter Waldpfad, mal zwischen hohem Gras, mal am Rande eines Abgrunds zum See runter.
Wir hatten Flyer ausgedruckt und haben die am Wegesrand verteilt und jeden Jogger und Spaziergänger gefragt, der uns entgegen kam.
Auf dem Hinweg zu der Stelle am Bach waren wir noch relativ positiv eingestellt. Dort angekommen ging die Stimmung eher gegen Null. Uns wurde klar, dass das die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen war. So viele Möglichkeiten…

Auf dem Rückweg waren wir dann schon fast am Aufgeben. Und was soll ich sagen? Plötzlich liegt der Ring vor mir am Wegesrand im Moos. Kein Blättchen in der Nähe, alles frei. Ein Wunder? Nein, natürlich unglaublicher Spürsinn meinerseits🙂
Auf jeden Fall wäre damit mal wieder bewiesen, was mein Mann doch für ein Glückspilz ist. Nun muss nur noch das mit dem Job klappen…

(Und noch ein Geschichtchen zum Thema Glück, wenn ich schon mal dabei bin… Bei unserer Wanderung hatte Maurice mitten auf dem Waldweg eine Wanderkarte für Marin gefunden. Nagelneu. Er hatte sich selbst zum größten Glückspilz des Jahrhunderts erklärt, da er schon seit Wochen eine ebensolche kaufen wollte, das aber immer wieder verworfen hatte, weil ihm die zu teuer war. Den Ring hat er höchstwahrscheinlich verloren, als er eben diese Wanderkarte aus der Hosentasche zog, um mal wieder einen schlauen Eindruck zu machen. Glück ist also relativ.)

4 Gedanken zu “Das Glück des Herrn W.

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