Wüst und leer

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Seit über einem Monat ist unser Burggraben leer. Wo vorher die Karpfen plantschten und sich die Schildkröten auf ihren Landestegen sonnten, ist jetzt Wüste angesagt. Die Vögel und Enten haben sich verzogen und das ganze macht schon einen recht traurigen Eindruck. Wird Zeit, dass wir hier abhauen… (Übrigens haben wir nun auch die Kündigung bekommen, Ende August heißt es für uns Abschied nehmen).

Schuld daran, dass uns das Wasser abgelassen wurde, waren die Karpfen. Da hatte ein füherer Anwohner der Anlage sich mal einen Scherz erlaubt und ein paar Fischchen ausgesetzt – er war Sportangler und wollte auch von seinem Balkon aus seiner Leidenschaft frönen – aber die hatten sich mittlerweile so stark vermehrt, dass sie entfernt werden mussten. Ratet mal, wie viele es waren? Über 1000! Tja… keine natürlichen Feinde im Burggraben, ne?

Auf jeden Fall liegt das Lagunenbett trocken und das lockt allerlei zwielichtiges Gesindel an. Nachdem unsere Nachbarin vor zwei Wochen tatsächlich einen Kupferrohrdieb auf frischer Tat ertappt hatte, wurden an unserem Terassenzaun Strahler mit Bewegungsmeldern installiert. Leider genau vor unserem Schlafzimmerfenster. Und jedes mal, wenn draußen eine Katze vorbeispaziert, wird unser Hinterhof zur Flutlichtarena.

Angeblich soll ab nächste Woche wieder Wasser eingelassen werden, es wird allerdings drei Wochen dauern, bis der Wasserstand wieder so ist wie vorher. Ich hoffe, das Getier kehrt wieder zurück, es ist so einsam hier ohne…

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