Die letzten drei Monate

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Wenn sich hier jemand wundert, warum die olle Alexa endlich mal wieder mehr postet. Hm, naja… ich bin gerade in der Facebook-Fastenzeit… und irgendwo müssen sich meine kreativen Ergüsse ja ergießen, ne?!

Facebook ist da besonders praktisch, weil man sich dort sehr kurz fassen und einfach ein par Bilder hinrotzen kann, die Leser sind dankbar. Längere Beiträge liest eh kein Schwein, denn in der Kürze liegt die Würze und die allgemeine Aufmerksamkeitsspanne geht eh gegen null. Aber da schreibe ich immer nur Englisch und mein Deutsch muss ja schließlich auch gepflegt werden…

So, dann berichte ich mal die Highlights der letzten Monate seit meinem vorletzten Posting im November. Viele waren es nicht, das kann ich gleich mal vorausschicken, damit keine Enttäuschung aufkommt. Ich bin eben mal die Bilder auf meinem Handy durchgegangen und wenn ich all die Essensfotos abziehe, bleiben noch ein paar Meilensteine der letzten drei Monate übrig.

Ende November sind wir wieder nach Kalifornien zurückgereist und haben uns auf ein paar nicht so tolle Feiertage eingestellt. Alles war ein bisschen düster und traurig, das Wetter kalt und unsere Stimmung entsprechend. Auf einen richtigen Weihnachtsbaum hatten wir keine Lust und haben uns auch vom Weihnachtshorror der amerikanischen Innenstädte fern gehalten. Aber immerhin ein Rosmarinbäumchen und das obligatorische Lebkuchenhaus waren drin.

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Am zweiten Weihnachtsfeiertag kam mein alter Freund Mark aus LA zu Besuch. Das ist mittlerweile schon zur Tradition geworden. Er besucht über Weihnachten seine Familie in Cupertino und kommt dann für einen launigen Abend in unserer Lieblings-Cocktailbar zu uns.

Hier die Vorbereitung auf das Saufgelage am Abend: Mark und Maurice vor einer bayrischen Brotzeit mit Radi und Butterbrot und jeder Menge fermentierter Experimente.

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Zwischen den Jahren waren dann Räumarbeiten angesagt. Unsere Garage, die kein Auto beherbergt, weil sie zu klein ist und die wir als Stauraum nutzen, bekam ein nagelneues Ordnungssystem und mehrere Regale verpasst. Jetzt kann man da wirklich rein gehen und findet auch so manche Dinge wieder. Unglaublich, wie viel Schrott sich bei uns in den vergangenen (noch nicht mal) 5 Jahren angesammelt hat.

Mark musste übrigens auf der Couch schlafen, weil wir das aufblasbare Bett in der Garage nicht mehr gefunden hatten. Ich glaube, das gab den Ausschlag zur Aufräumwut!

Maurice hat schnell wieder zu arbeiten angefangen, aber bei mir ist zwischen Weihnachten und Mitte Januar meiste wenig los, daher habe ich mich rumgetrieben. War im Museum, habe Freunde getroffen, war beim Boxkampf. Meine Freundin Sara hatte sich nämlich für 2014 vorgenommen, mindestens zehn verschiedenen Sportveranstaltungen beizuwohnen. Der Boxkampf im Dezember war dann das 10. Event. Und ich war hautnah dabei. Man kann sagen ich habe Blut geleckt.

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Außerdem haben wir (Sara, ihre Frau Andrea und ich) angefangen, Pilates zu machen, da Sara sich vorgenommen hat, in 2015 zehn verschiedene Sportarten selbst auszuprobieren. Sieht einfach aus, leider kann man hinterher zwei Tage nicht aus dem Haus, weil man sich nur in Minischritten bewegen kann…

An Silvester waren wir bei einem Freund in Oakland eingeladen, der sich erst vor kurzem einen Whirlpool zugelegt hatte. Die Party fand also draußen statt, mit überdachtem Buffet (Kaviar und Champagner!) und einigen offenen Lagerfeuern in seinem Garten. Das Motto war „Brasilianisches Silvester“ und es wurde darum gebeten, in silber und weiß gekleidet zu erscheinen. Zwischen den weißen Gestalten sprangen auch ein paar Nackerte und semi-Nackerte herum (Whirlpool….). Um Mitternacht wurde eine Diskokugel in den Whirlpool heruntergelassen und ein in Windeln gekleidetes Neujahrsbaby zählte die Minuten herunter. Kein Scheiß, das war die skurrilste Silvesterfete, der ich je beigewohnt habe – und das will was heißen. Die Nacht hat wohl einige Ausfälle verursacht, mehrere Gäste haben keine Erinnerung mehr daran. Ich persönlich habe mich aber an Apfelsaftschorle gehalten und auch der Mann war nur ansatzweise alkoholisiert.

Im Januar kamen dann meine Schwiegermutter und ihre Schwester zu Besuch und es wurde RICHTIG interessant 🙂

Die beiden Damen haben uns nämlich den gesamten Garten hinterm Haus umgestaltet. So wahnsinnig viel Lust auf Sightseeing hatten sie nicht (wir haben aber trotzdem einiges gesehen, haben die typischen Touri-Ausflüge unternommen, waren auf Alcatraz (die AI WEIWEI Ausstellung war der Hit und auch das Gefängnis selber sehr sehenswert), im Winchesterhouse, beim Outlet-Shopping und im Mormonentempel in Oakland) und so gingen sie mit Elan an die Gartenarbeit. Meine Eltern hatten sich ja bei ihrem Besuch Anfang des Jahres die Beete vor dem Haus vorgenommen und nun war der Rest dran.

Ein paar Eindrücke von Alcatraz:

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Und hier ein paar Fotos der fertiggestellten „Umbauarbeiten“:

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Wir wussten bereits vorher, dass der Garten mal wunderschön gewesen sein muss. Ältere Nachbarn, die schon lange hier wohnen, haben uns immer wieder von Alice erzählt. Wenn ihr euch an Fleur erinnert, über die ich hier schon mal geschrieben hatte – Alice war ihre Tante. Sie muss eine sehr außergewöhnliche Frau gewesen sein. Ihr Mann war Pianist und hat oft bei geöffneten Fenstern die ganze Nachbarschaft mit seinem Klavierspiel unterhalten. Alice hat bis ins hohe Alter einen echten Märchengarten gepflegt. Sie hat ihn immer weiter ausgebaut, kleine Mäuerchen errichtet usw. Von all dem war nichts mehr zu sehen, da die letzten ca. 15 Jahre (seit ihrem Tod 1999) kein Mensch etwas in diesem Garten getan hatte. Mir wurde auch jedes Mal angst und bange, wenn ich den Hügel nur von weitem sah. Dadurch, dass so viele Bäume auf dem Grundstück stehen und die auch sehr viel Blattwerk (und im Fall der Eukalyptus-Bäume Rinde) verlieren, war der gesamte angelegte Garten unter Torf verborgen. Hilde und Rosmarie haben also gut zwei Wochen jeden Tag gearbeitet, Mauern, Wegplatten und Stufen freigelegt, Büsche gerodet, neue Mäuerchen gebaut, Pflanzen versetzt und neue Pflanzen eingesetzt. Wir haben sehr gestaunt – und uns auch sehr gefreut. Denn plötzlich hatten wir einen wunderschönen Garten. Und man muss sich das mal vorstellen: die beiden haben so geschuftet – es ist aber noch mal so viel Garten übrig, der noch gar nicht angegriffen wurde. Momentan hoffen wir, dass sie nächstes Jahr dem kalten deutschen Winter wieder entfliehen möchten. Das wäre wirklich super! 😉

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Anfang Februar reiste der Besuch ab und ich wurde erst mal richtig fies krank – und bin es leider immer noch. Jetzt dann bald vier Wochen. Zwischendrin war ich mal zwei Tage ganz gut drauf, genau richtig zur Oscar-Verleihung letztes Wochenende, der ich dieses Jahr zwar nicht in LA beiwohnen konnte, aber immerhin inmitten der besten Oscarparty-Crowd ever! Ohne Maurice, denn den hatte ich da bereits mit meiner der Grippe infiziert.

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Am nächsten Tag lag ich wieder flach. Und das tue ich nach wie vor. Und nunja… meine krankheitsbedingte Langeweile muss ja irgendwie beseitigt werden. Darum Blog. Habt ihr ein Glück!

Und übrigens, das bin ich… falls ihr nicht mehr genau wisst, wie ich aussehe…

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Singing in the rain

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Es regnet! Nie, nie, nie hätte ich gedacht, dass mich das Geräusch von Regentropfen an der Fensterscheibe dermaßen in Entzücken versetzen könnte. Jedenfalls nicht vor meinem Umzug nach Kalifornien.

Es liegen drei regenarme Winter hinter uns. Drei wunderbare, sonnige Winter. „Ohne-Socken-in-den-Schuhen-im-Januar“ wunderbar. Diesen Januar und Februar haben wir Gemüse im Garten geerntet. Salat, Karotten, Rettich, jede Menge Petersilie. Die ersten Tomaten- und Bohnenpflänzchen gehen gerade auf. Es ist Ende Februar.

Und jetzt regnet es. Wir geben uns keinen Illusionen hin, es wird gleich wieder vorbei sein. Im Januar gab es keinen Tropfen Regen. Im Februar zumindest mal drei oder vier regnerische Tage. Aber das reicht im Leben nicht aus. Jetzt hoffen wir auf den März und den April. Und dann ist es eh vorbei mit dem Regen bis mindestens Oktober. Dann heißt es wieder Wasser sammeln. Mittlerweile wasche ich keinen Salatkopf mehr, ohne das Wasser aufzufangen und in den Garten zu tragen. In der Dusche steht ein Eimer – solange das Wasser zum Erwärmen durchläuft, wird es aufgefangen. Der Durchlauf der Toilettenspülung wurde um die Hälfte reduziert. Kein Tropfen wird verschwendet.

Auto waschen im Sommer? Fehlanzeige! Rasen? Ha! Wir setzen auf Kakteen, Steine, Efeu. Der Gemüsegarten und die Blumen, die unsere Bienen dringend brauchen, bereiten uns ein schlechtes Gewissen. Wir werden wohl nicht ganz ohne zusätzliches Gießen auskommen, das gesparte Wasser aus dem Haus wird nicht ganz ausreichen. Aber wir tun unser Bestes. Und pflanzen weiterhin Dürre-resistente Blumen, damit unsere Bienchen es gut bei uns haben.

Auf Wiedersehen

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Letzte Woche mussten wir uns von meinem lieben Schwiegervater Robert verabschieden. Er war ein grandioser Koch, talentierter Künstler, Winzer, Schreiner, Gärtner und ganz einfach einer der wunderbarsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte.

Wir sind unendlich traurig, dass er uns so früh, im Alter von nur 63 Jahren, verlassen hat, aber auch froh, dass er jetzt nicht mehr leiden muss.

Warum ich das hier schreibe? Er war immer ein eifriger Mitleser des Blogs. Und hat mich auch in den letzten beiden Jahren des öfteren gerügt, weil ich meinen Hintern nicht oft genug hochbekommen habe, um neue Beiträge zu schreiben. Lieber Robert, wir vermissen dich! Ich hoffe, dort, wo du jetzt bist, wirst du hier weiterhin mitlesen! Und mir vielleicht auch die eine oder andere himmlische Eingebung schicken!!!

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Auferstanden…

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Ich dachte mir, ich mache mal einfach mal ein Jahr Pause, aber das habe ich jetzt doch nicht ganz geschafft 🙂

Warum ich mich so lange nicht gemeldet habe? Hm, das Jahr 2013 war dann nicht mehr so der Hit und 2014 hat auch nicht so toll angefangen… große und kleine Katastrophen haben sich schön aneinander gereiht und ich hatte nie so recht die Lust, mich darüber großartig online auszulassen.

Was mein „unterwegs“ sein angeht: die Reisen waren weit, aber wenig exotisch. Wir waren zwei Mal in Deutschland. Ach ja… einen kleinen Ausflug nach Sonoma haben wir noch untergebracht, das weltbekannte wine country ist wirklich wunderschön, das ist auf jeden Fall noch ein paar Reisen wert.

Sonst haben wir es uns eher zuhause gemütlich gemacht, mit Freunden gegessen und Brettspiele gespielt, im Garten rum gegraben, am Haus gearbeitet – so ein eigenes Haus macht ja schon eine Menge Arbeit, unglaublich!

Ein paar nette Besuche hatten wir auch. Meine Eltern waren ein paar Wochen da, alte und neue Freunde kamen auf Stippvisite vorbei. Kurzum: unser Leben hat sich hauptsächlich in Oakland abgespielt. Und das war auch ganz gut so.

Jetzt habe ich meine alte Kamera wieder entdeckt und hoffe, dass ich wieder mehr zum Bloggen kommen werde. Der Sommer ist endlich in unseren Gefilden angekommen und da gibt es viel zu entdecken.
Und wer uns noch nicht besucht hat: im Herbst ist es hier besonders schön (und warm!) 🙂

To bee or not to bee

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Na, habt Ihr mich vermisst? Ist ja noch gar nicht sooo lange her!

Was ist im letzten knappen halben Jahr los gewesen? Hm, einiges… wir haben höllisch viel gearbeitet, viele nette Leute kennengelernt und ein paar neue Freundschaften geschlossen, einen Gemüsegarten angelegt und ihn dann vertrocknen lassen (meine Orchideen sind auch wieder elendiglich verendet – alles wie immer),  einen Kurztrip zum Lake Tahoe unternommen, viel im und ums Haus rum gebastelt, auf unserer Terrasse eine Spiele-„Convention“ veranstaltet und last but ganz bestimmt not least: wir haben uns Bienen angeschafft.

Also erstmal zum Lake Tahoe, da denke ich doch, dass Bilder mehr sagen als 1000 Worte. Bitteschön:

Die Ponderosa-Ranch war leider geschlossen…

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…aber wir haben Little Joe, Hoss und den anderen wenigstens im Bonanza-Museum einen kleinen Besuch abstatten können

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Mich hat wie immer das Wasser sehr begeistert. Der See ist so unglaublich klar, ich konnte es kaum fassen. Da springt man gerne mal schnell rein, auch wenn es kalt ist. Und dann noch der wunderbare Blick auf schneebedeckte Berge…

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…auch wenn da hinten Regenwolken auf uns zukamen…

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Der kleine Abstecher ins Kasino war eher ernüchternd, Reno gleicht sogar am Samstagabend einer Geisterstadt

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Naja, immerhin bunt

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Von den Bären haben wir uns nur erzählen lassen, wir hätten so gerne welche live erlebt…

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…aber auch ohne Extremsituationen haben wir die Natur auf unseren Wanderungen genießen können!

baum

feder

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Zum Abschied gab es noch eine Fahrt mit einem Schaufelraddampfer und dann nichts wie heim in die Zivilisation 🙂

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Der restliche Kram ist nicht so interessant, aber beim letzten Punkt haben sicher einige von Euch gestutzt. Ja, Ihr habt schon richtig gelesen. Wir haben jetzt Bienen. Zwei Bienenstöcke, um genau zu sein. Und wie ich den Herrn W. so kenne, schwant mir fürchterliches für das kommende Frühjahr. Bei den zwei Stöcken wird es sicherlich nicht bleiben.
Gekommen ist das so: Ich hatte Maurice zu Weihnachten einen Imkerkurs geschenkt. Für 2 Personen, damit ich das ganze überwachen kann. Mein Plan war, ihn ein bisschen abzuschrecken, denn die Dinger machen ja auch Arbeit. Dieser Plan ging gehörig nach hinten los, denn es hat uns beiden super gut gefallen. Und Bienen machen erstaunlich wenig Arbeit. Ein bis zwei Stunden pro Woche von Frühling bis Herbst, im Winter sind sie ja eher pflegeleicht.
Der Kurs war im Juni, im Juli waren wir dann bereits Mitglieder der Alameda County Beekeepers Association und Maurice hat sich schon die entsprechende Ausrüstung gekauft. Kurz darauf haben wir unseren ersten Bienenschwarm gefangen. Davon habe ich hauptsächlich Videomaterial, muss ich mal bei Gelegenheit hochladen. Das war auf jeden Fall eines der größten Abenteuer, die ich je erlebt habe. Wir hatten von der Imkervereinigung gehört, dass auf dem Gelände einer Schule Bienen gesichtet wurden, die es sich wohl in einem hohlen Stamm gemütlich gemacht hatten. Und die haben wir uns dann geholt.

Und so sah das aus beim Imkerkurs

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Alle hatten Spaß

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Die mit dem roten Punkt ist die Königin

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Und das sind die Arbeitsbienen

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Ja und dann…

…hatten wir plötzlich unsere eigenen Mädels und der Herr W. machte ganz schön viel Dampf

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Diese Waben haben wir aus dem hohlen Baum gerettet

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Und weil das so schön war, hat Maurice auch noch einen zweiten Schwarm eingefangen. Komplett mit dem Ast, auf dem der Schwarm sich niedergelassen hatte

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So, nun sind wir dann ein paar Wochen auf Achse und haben unser Haus für die Zeit vermietet. Zwei reizende junge Leute, frisch vom Boot – fast so wie wir vor dreieinhalb Jahren. Nur waren wir nicht ganz so jung.
Auf jeden Fall wollen die beiden sich um die Fütterung von Maurice‘ Mädels kümmern, darum haben wir ihnen ein paar Einführungsvideos hinterlassen. Ich finde sie wirklich lustig und wundere mich doch schon sehr, dass der Herr W. noch nicht fürs Fernsehen entdeckt wurde. Hier geht’s zu den Videos.

Man muss (die F)(f)este feiern!

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Hach, es war richtig schön. Und wir haben Euch trotzdem vermisst, Ihr lieben, fernen Freunde und Verwandten in der Heimat.

Eigentlich ist es ja ein Witz, nach 8 Monaten im eigenen Haus dann doch mal eine Einweihungsfeier zu machen.
Die Sache war aber von langer Hand geplant – und ist auch deshalb richtig schön geworden, denn es haben sich viele unserer Freunde Zeit für uns genommen. Manch einer hat gemosert, weil ich die Einladungen schon zwei Monate im Voraus verschickt hatte und das bei kalifornischen Hippies eher Belustigung hervorruft. Spontanität ist die Devise. Aber ich habe das lieber mit teutonischer Gründlichkeit angepackt.
Und siehe da, es wurde mir bestätigt, dass ich recht hatte. Wo gibt’s denn sowas?

Die Statistik: über 40 Gäste, verteilt auf 10 Stunden. Der jüngste Gast genau einen Monat alt, der älteste 90 Jahre (ja, Fleur war auch dabei). 52 „richtige“ und 4 vegetarische Würste sowie 40 Laugensemmeln wurden verzehrt, dazu noch jede Menge Salate, Kuchen und andere Leckereien. Und Bier. Eine Menge Bier. Wie zu besten Gerhardstraßen- und Isarufer-Zeiten. Was anders war? Die Babys. Überall Babys. Immerhin sehr wohlerzogene Babys.
Aber auch bei diesem Fest wurde uns die Möblierung zerdeppert. Zumindest den Giuseppe haben wir also kaum vermisst 😉

Übrigens: der Mann und ich haben heute unseren 14. Jahrestag. Nicht Hochzeitstag wohlgemerkt, aber heute vor 14 Jahren hat es gefunkt. Auch schön!
Und er ist (fast) noch so knackig wie am ersten Tag:

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Die Babyschwemme: Monsieur Isaac und Mighty Matilda (mit ihrer wunderschönen Mama Anna)

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Und viele angeregte Gespräche und der Beginn wunderbarer Freundschaften:

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Um Mitternacht hat unser cooler Nachbar dann noch die Klampfe rausgeholt und uns mit brasilianischen Klängen erfreut:

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Ihr seht, es geht uns gut. Wenn ich mal im Lotto gewinnen sollte, werde ich Euch alle zur Megafete einfliegen lassen! Also ich pack’s dann mal. Lotto spielen gehen…

Kuckstu hier!

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Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Hier sind ein paar Filmchen, die vielleicht den einen oder anderen von Euch dazu bewegen könnten, sein Hinterteil mal hier rüber zu schaffen und die Schönheit der Stadt am Pazifik (oder so) zu genießen:

Und noch ein Link zur ZDF-Mediathek: San Francisco: Die tolerante Schöne

Oakland ist übrigens auch nicht schlecht. Just sayin‘:

Captain Harris oder: Geschichten mit Geschichte

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Als wir aus Hawaii zurück kamen, berichtete unser Nachbar und von einem Mann, der in unserer Abwesenheit nach uns und besonders unserem Haus fragte. Er behauptete, der Urenkel des Mannes zu sein, der unser Haus in den 20er Jahren gebaut hat. Seine Mutter, die Enkelin des Bauherrn sei mittlerweile rüstige 90 und würde das Haus gerne noch einmal sehen.

Ich fand die Geschichte erst mal suspekt. Polizistentochter halt.

Jedenfalls hatte ich die Sache schnell wieder vergessen, bis eines Nachmittags eben dieser Mann vor unserem Haus stand und mir dieselbe Geschichte erzählte.

Ich ließ mir seinen Namen geben und sah erst mal im Internet nach, was ich über ihn herausfinden konnte. Er schien auf jeden Fall bezüglich seiner Person nicht geflunkert zu haben, ich fand sogar Videos, in denen er Führungen durch die Naturparks in der East Bay machte, er ist nämlich Angestellter der Parkverwaltung und ein sog. „Arborist“, also einer, der sich mit Bäumen auskennt.

Wir telefonierten noch ein paar Mal und nach einigem hin- und her stand er dann tatsächlich an einem schönen Sonntagnachmittag im März mit seiner Mutter und deren britischem boyfriend vor unserer Tür.

Ich sag nur: WAHNSINN! Die Dame hatte im Alter von 8 bis 18 mit Ihren Großeltern, ihrer Tante und Cousine in unserem Haus gewohnt. Sie hat uns die wildesten Geschichten erzählt und jede Menge Fotos mitgebracht.

Ihr Großvater, Captain Harris, war Kapitän auf dem letzten Schoner, der durchs Golden Gate fuhr. Das Haus war dementsprechend maritim gestaltet, mit einer Kombüse als Küche, runden Bullaugen-Fenstern und Seilen statt Handläufen an der Treppe. Ebenfalls zum Haushalt gehörte ein Papagei, der auf einer Schaukel über dem Küchentisch residierte und der eines Tages auf ebendieser Schaukel das Zeitliche segnete und kopfüber in den Kartoffelbrei fiel.

Der Captain trug gerne Kapitänsmütze und Uniform und hatte sich im Obergeschoss, dort wo wir jetzt unser schnuckeliges Schlafzimmer mit Blick auf die Bucht haben, einen Kartenraum eingerichtet:

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Die Dame selbst, ihr Name ist Fleur, ist Künstlerin, lebt in Sonoma und ist die rüstigste 90jäjhrige, die ich je gesehen habe. Könnte locker für 70 durchgehen, top gestylt und modern gekleidet. Ich kam mir neben ihr echt wie ein Landei vor in meinen ausgebeulten Yoga pants.

Das ist Fleur in jungen Jahren mit diversen Cousins und Cousinen:

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Und das sind Fleur und ihr Sohn David heute

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Besonders toll waren die Fotos von unserem Garten. Denn damals war da nichts. Im ganzen Viertel war nichts, denn unser Haus war das erste, das hier gebaut wurde. Das Grundstück war ursprünglich deutlich größer, doch während der Weltwirtschaftskrise kamen die Kinder von Captain Harris und seiner Frau nach und nach wieder zurück ins elterliche Nest und daher wurde kurzerhand noch ein zweites Haus gebaut und später wurde das Grundstück geteilt und die beiden Häuser getrennt verkauft.

Und dort, wo jetzt unsere Eukalyptusbäume und jede Menge Sträucher stehen, da gab es nur Kakteen 😉

Aloha-eeeeeeeeeeeeeehh

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Ich bin ja eigentlich keine Freundin von Strandurlauben. In der Sonne braten kann ich mit meiner Schneewittchenhaut eh vergessen. Und über den Bikini-Body breiten wir lieber mal den Mantel des Schweigens…
Aber Hawaii… Hawaii! Mein neues Lieblingsreiseziel. Ich hoffe wirklich, dass wir noch ganz oft zurück kommen.

Diesmal haben wir nur zwei Inseln besucht, aber dafür zumindest eine davon sehr, sehr ausgiebig. Erste Station war für eine Woche die Big Island. Dort hatten wir uns eine kleine Cottage auf einer Macadamia- und Avocado-Farm gemietet und frönten dem süßen Inselleben.
Schwimmen, Schnorcheln, Wasserfälle, Regenwald, Lavagestein. Der Wahnsinn pur! Und da wir nach der wilden Weihnachtssaison Mitte Januar ankamen, hatten wir oft die Strände für uns alleine (jaja, wir sind schon seit zwei Monaten aus dem Urlaub zurück. Aber ich bin halt so beschäftigt!).

Am Schluss der Reise machten wir noch einen Abstecher nach Honolulu/Waikiki auf der Insel Oahu. Das war dann die Rückführung in die Zivilisation. Obwohl es auch auf Oahu natürlich wunderbare Strände gibt (weißer, weicher Sand und Wasser mit Badewannentemperatur), ist dort doch alles sehr viel touristischer und Waikiki erinnert den Mitteleuropäer stark an Rimini. Nur mit mehr Japanern. UNGLAUBLICH vielen Japanern. Und wem die vielen Japaner auf den Straßen noch nicht aufgefallen sind, der stutzt spätestens beim Frühstücksbuffet im Hotel, wenn er morgens um 8 auf Misosuppe, gebratenen Reis und Fisch stößt.
Eigentlich das perfekte Reiseziel für mich, ich liebe Fisch zum Frühstück!

Aber zurück zum Paradies… Bilder? Bilder!

Erster Schock am Flughafen: auf’s Klo nur mit Hawaiihemd…

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… oder Blumenkranz

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Mein Lieblingsstrand auf Oahu. Wir waren fast alleine und konnten nach Herzenslust plantschen. Der Rimini-Vergleich gilt also wirklich nur für die Gegend um Waikiki, wo die Hotelbunker stehen. Wenn man ein bisschen weiter an der Küste entlang gen Norden fährt, findet man viele solcher Paradiese.

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Hier sind sogar die Telefonhäuschen hübsch!

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Echtes Laulau bei diesen beiden freundlichen Damen im Örtchen Captain Cook auf der Big Island. Laulau ist Schweinefleisch, das über mehrere Stunden in einem Taroblatt gegart wird. Ich fand es lecker, mein Magen war leider nicht so begeistert. Auf jeden Fall war der Besuch sehr lehrreich und wir haben eine Menge über die hawaianische Lebensart erfahren.

Und nun zum lū‘au: hawaianische und polynesische Tänze und dazu frisch ausgegrabenes Spanferkelchen. Wer kann dazu schon nein sagen? 😉

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Und wo wir schon mal beim Essen sind: der Mann bei seiner Lieblingsbeschäftigung. Hinter unserem Häuschen auf der Farm

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Die stumpfeste Machete auf der ganzen Insel. Er hat es selber zugegeben! Im Hintergrund eine Statue von King Kamehameha I. Die ‚echte‘ Statue haben wir dann auch noch besucht:

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Und der Blick vom Wohnzimmer aus – jeden Abend!

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Prähistorische Petroglyphen in den Lavafeldern:

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…und neues Leben nach vielen, vielen Jahren

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Sogar im Wasser haben wir Freundschaften geschlossen. Zum Beispiel mit diesem Kollegen:

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Hawaianische Tempelanlagen und Statuen. Man kann die Spiritualität hier förmlich spüren

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Die Akaka Wasserfälle und ein paar Impressionen des Regenwalds auf der Ostseite der Big Island

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Und zum Abschluß noch ein Bild von dem Hawaii, wie es sich viele heute vorstellen: die Bettenburgen von Waikiki. Aufgenommen von der Spitze des Diamond Head, auf den mich Maurice bei gefühlten 40 Grad im Schatten (und es gab beim Aufstieg keinen Schatten!) gejagt hat.

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Ganz super Bowlen

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Nein, der Superbowl hat natürlich nix mit Bowling zu tun. Ja, Football-Kucken ist wirklich so langweilig wie es aussieht. Wobei, letztere Aussage muss ich gleich wieder revidieren. Denn der diesjährige Superbowl war eigentlich nur in der ersten Halbzeit langweilig, als die Baltimore Ravens so haushoch in Führung lagen, dass die 49ers aus San Francisco ziemlich blöde aus der Wäsche schauten und ihnen keiner mehr den Hauch einer Chance gab. Soweit ich mich erinnern kann, stand es vor der Halbzeit-Show (Beyoncé mit ziemlich wenig an) 28:6 für die Ravens…

Wir waren zur Superbowl-Fete bei Freunden eingeladen und machten vorher noch einen kurzen Stop bei einem 7/11. Kurz nach dem Anpfiff prophezeite mir der Mann hinter der Theke bereits, dass die 49er am Verlieren seien. Auf meinen Hinweis hin, dass ja noch nicht einmal 10 Minuten gespielt wurden, meinte er, das sei ihm egal, er habe das im Gefühl und läge nie daneben.
Naja, im Endeffekt hatte er natürlich Recht. Aber wer sich das Endergebnis von 34:31 anschaut, kann sich vorstellen, wie spannend die zweite Halbzeit dann doch noch wurde.

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Aber eigentlich – und das bestätigten mir auch alle sogenannten Football-Fans in meinem Bekanntenkreis, geht es beim Superbowl sowieso – wie in so vielen Situationen im amerikanischen Alltag – ums Essen. Vorzugsweise um Chicken Wings und Pizza. Und um die Werbeclips während des Spiels (die Unternehmen, die zu dieser Prime Time werben, blechen sage und schreibe $4Mio pro Minute Werbezeit!). Und natürlich um die Halbzeit-Show. Letztes Jahr schwenkte Madonna Ihren nicht mehr ganz so frischen Allerwertesten, dieses Jahr war Beyoncé dran. Ich fand es eher langweilig, aber ich gehöre ja nicht zur Zielgruppe.

Ich bin ja eher Angehörige der Muttergefühlgeplagten *hust* Enddreißigerinnen, die DAS hier jeder Halbzeitshow vorzieht:

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So und jetzt habe ich in diesem Blogbeitrag durchwegs Super Bowl falsch geschrieben. SUPER BOWL. Zwei Wörter. Dummy!

P.S.: die beiden jungen Männer heißen Isaac (6 Monate) und Joey (2 Wochen) und sind unsere neuen Kuschelpartner bei langweiligen Football-Spielen. Joey übt schon fleißig Gangzeichen, denn er wohnt in Hayward. (Der alte heißt Maurice, aber den kennen wir ja schon).
Die rundliche Dame im Hintergrund ist übrigens Darcy, die uns in zwei Monaten den nächsten Spielgefährten liefert…